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Balkonverglasungen

Den Balkon nachträglich verglasen: Worauf muss man achten?

Wärmeverlust bei schlechten FensternEin vorhandener Balkon spielt bei der Entscheidung, eine Wohnung oder ein Haus zu mieten oder zu kaufen, eine ganz zentrale Rolle. Denn dieser kleine Außen-Freiraum lässt die Freuden des sonnigen Sommers und die Vorteile des klaren kalten Winters ganz natürlich mit zur saisonalen Wohnkultur gehören. Was aber, wenn die unglückliche Lage des Balkons seine Nutzungsmöglichkeiten stark einschränkt? Dann kann man sinnvoll über eine nachträgliche Verglasung nachdenken. Doch auch diese Möglichkeit birgt einige bauliche Risiken, die man vorab kennen sollte.

Was mindert die wohnliche Wertigkeit des Balkons?

Die Tatsache, dass man im Rahmen seiner Wohnverhältnisse an die frische Luft gehen kann, ohne dazu das Haus verlassen zu müssen, heißt noch lange nicht, dass hier ein Qualitätszugewinn zu sehen ist. Denn die folgenden Umstände reduzieren den Genuss am Balkon dramatisch:

  • Der Balkon gehört zu einer Wohnung im Parterre. Jeder normal groß gewachsene Passant kann neugierig mit seinen Blicken die Privatsphäre verletzen. Und düstere Gesellen mit kriminellen Kletterkünsten können hier ganz ohne Probleme noch weit mehr als das anrichten.
  • Der Balkon liegt direkt an einer stark befahrenen Straße. Darum stehen die erheblichen und auch die Gesundheit gefährdenden Belästigungen durch Lärm, Dreck und Staub einer entspannten Nutzung der angebauten Außenfläche unausweichlich entgegen.
  • Der Balkon zeigt direkt in die Richtung einer ausgelasteten Großwohnanlage. So können stets ein paar Dutzend neugieriger Anwohner auf Wunsch aus dem Leben und Treiben auf dem Balkon der Nachbarn ihr ganz eigenes Reality-TV machen.

Solche ungeschickt eingebauten Balkone können nur dann zur sinnvoll genutzten Wohnfläche werden, wenn man sie nachträglich verglast, und damit sowohl vor den Blicken als auch vor den Zu- und Übergriffen ungebetener Gäste schützt. Und dabei muss man, sofern man als geschickter Heimwerker nicht selbst Hand anlegt, der beauftragten Baufirma sehr gründlich und akribisch auf die Finger schauen.

Wo lauern die Tücken nachträglich eingebauter Fenster?

1) Statik

Hochwertige Fenster mit einem stabilen Innenleben aus Stahl im Rahmen und mit robuster Doppelverglasung bringen ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Und da diese schwergewichtigen Qualitätsbauteile über den Außenwänden des Balkons eingepasst werden, entfalten sie dort gemäß den Hebelgesetzen ihre maximale (Schwer)kraftwirkung. Nicht jeder Balkon ist für so eine zusätzliche Verglasung: Der Balkon wird zum Wintergartendauerhafte Mehrbelastung ausgelegt. Darum sollte im Zweifelsfall vor dem Umbauvorhaben ein statisches Gutachten eingeholt werden. Nur dann, wenn zweifelsfrei gesagt werden kann, dass der Balkon das neue Gewicht zuverlässig tragen wird, darf die Verglasung in Angriff genommen werden.

2) Fenstergröße

Man mag darüber schmunzeln. Aber es passiert sehr schnell im Eifer des Gefechtes, dass man sich Fenster aussucht, deren schiere Größe es später unmöglich machen wird, dass man sie ganz öffnet. Das ärgert nicht nur die Hausfrau, die jetzt beim Fensterputzen gefährliche akrobatische Einlagen beherrschen muss. Das schadet auf Dauer auch der Bausubstanz. Deshalb sollte man beim Planen und Dimensionieren niemals die Abmessungen des Balkons aus dem Auge verlieren. Manchmal sind dann mehrere schmale Fenster nebeneinander, die sich problemlos öffnen lassen, deutlich besser als wenige große, die man nachher kaum noch aufbekommt.

3) Wasserkanäle

Der nachträgliche Einbau einer Vollverglasung betrifft nicht nur den eigenen Balkon, sondern auch, falls vorhanden, den Balkon direkt darüber. Denn schließlich müssen die Fensterrahmen ja an allen Seiten, also auch oben, fest verankert werden. Dazu muss man die vorhandene Bausubstanz mit Bohrern, Stemmeisen und anderen vernichtenden Werkzeugen bearbeiten. Und dabei können unbemerkt und unbeabsichtigt Risse entstehen, die später einem Regenschauer oder dem Tauwasser bedenklich leicht Einlass gewähren. Besonders gefährdet sind hier Brüstungskonstruktionen aus Waschbeton oder aus anderen Materialien, die inzwischen mit dem Haus ein stattliches Alter erreicht haben. Wer hier ganz sicher gehen will, dass später keine Wassereinbrüche den neu errungenen Wohnraum in ein schimmelgefährdetes Wasserschlösschen verwandeln, der sollte beizeiten den fachkundigen Rat eines Trockenbauers einholen.

Lohnt sich denn all die Mühe?

Auf jeden Fall. Denn wenn die Umbauarbeiten professionell, zuverlässig und sicher ausgeführt worden sind, dann hat man nicht nur einen tollen neuen Balkon, sondern gleichzeitig auch noch einen herrlichen Wintergarten dazu gewonnen. Und da kann man, wenn man entsprechend romantisch veranlagt ist, mit einer entsprechenden Wärmequelle (beispielsweise einem mobilen Petroleum- oder Gasofen) auch im tiefsten Winter gemütlich „draußen“ sitzen, und bei einem köstlich dampfenden Kakao oder einem Gläschen Sekt den Sternenhimmel bestaunen. Auch und gerade an Silvester.

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