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Selbstständigkeit:

Loslassen – wenn Kinder erwachsen werden

Elternschaft: Vater mit seinem Baby Für alle Eltern ist es schwierig zu akzeptieren, dass ihre Kleinen groß werden, oder bereits groß sind. Immerhin hat man sich daran gewöhnt, dass Kinder die elterliche Hilfe benötigen und in jungen Jahren auch auf sie angewiesen sind. Irgendwann kommt dann aber die Zeit, in der sich der geliebte Nachwuchs der elterlichen Fürsorge entzieht und beginnt, auf eigenen Beinen durch das Leben zu gehen. Dass die ersten Schritte in die Selbstständigkeit oft mit Konflikten einhergehen, weiß jeder. Wohl dem, der mit ihnen umzugehen weiß.

Dramatische Szenen in Kindergarten und Schule

Bereits der erste Tag im Kindergarten oder in der Grundschule kann für alle Beteiligten zum Drama werden, wenn man nicht auf den „Abschied auf Zeit“ vorbereitet ist. Deshalb sollte man die Kleinen schon früh daran gewöhnen, dass sich die Welt, zumindest zeitweise, auch ohne Mama und Papa weiterdreht. Besuche bei Freunden, Übernachtungen bei Verwandten oder auch der Besuch von Krabbel- und Spielgruppen helfen Kleinkindern, den Umgang mit fremden Umgebungen und Personen zu lernen. Tipps, die den Eltern in akuten Trennungssituationen helfen, sind nur schwer zu geben, da sie meist sehr genau wissen, dass die Sorge um das Kind völlig unbegründet ist. Deshalb heißt es trotz herzerweichendem Schluchzen des Kindes: Augen zu und durch! Der oder die vermeintlich Verlassene wird es schnell verkraften und beim Abholen wahrscheinlich vergnügt mit anderen Kindern spielen, als ob es das Normalste der Welt sei.

Pubertät: Psychische und körperliche Trennung

Loslassen: Wenn Kinder erwachsen werden Die Zeit der Pubertät ist für die Eltern wohl die härteste Phase. In keiner anderen Zeit des Lebens fordern die eigenen Kinder mehr an Verständnis, Fürsorge und Geduld. Sie entwickeln ihre eigene Identität und werden zur eigenen, selbstständigen Person. Das sonst noch genossene Kuscheln oder Umarmen wird mit einem ablehnenden: „Mensch, Mutti …!“ kommentiert und man besteht auf seinen eigenen Freiraum. Auch geistig nabelt sich der Nachwuchs von den Eltern ab, lernt, seine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. So schwierig diese Entwicklungsphase auch ist, sollten Eltern ihre pubertierenden Kinder im Rahmen der Möglichkeiten gewähren lassen. Die Konflikte und Diskussionen dieser Zeit sind wichtig und legen den Grundstein für ein eigenverantwortliches Leben.

Zurückhaltende Präsenz der Eltern

Mütter und Väter müssen sich vor Augen halten, dass Kinder ab einem gewissen Alter ihre Individualität entwickeln und sich so von der Familie, Schritt für Schritt und ganz bewusst, distanzieren. Das mag sich hart anhören, ist aber ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens, den jeder Mensch dringend braucht. Wer dabei gelassen auch einmal zwei Augen zudrückt und seinem Nachwuchs stets zurückhaltend mit Rat und Tat zu Seite steht, wird damit belohnt, am Leben der Zöglinge teilhaben zu können. Allerdings sollte die Engelsgeduld nicht unendlich sein, denn auch als Mutter und Vater darf man seine eigene Meinung haben. Übrigens: Vielleicht hilft die Frage, ob das Verhältnis zu den eigenen Eltern ganz ohne Konflikte verlaufen ist? Beim Weiterführen dieses Gedankens wird man oft feststellen, wie ähnlich die eigenen Kinder einem doch sind.

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