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Wenn Spielzeug die Gesundheit von Kindern ernsthaft gefährdet

Chemisch behandeltes Spielzeug gefährdet die Gesundheit von KindernKuscheltiere, Puppen, Holzbausteine: Sie haben Hochkonjunktur und warten in den Regalen und Schaufenstern ungeduldig darauf, gekauft zu werden und ins Kinderzimmer umzuziehen. Doch vor dem Kauf sollte man äußerst genau prüfen, ob nicht etwa eine chemische Belastung vorliegt und die Spielsachen gesundheitsgefährdend sind, warnt die Stiftung Warentest. Wie aber kann man das erkennen?

Von wegen Qualität aus Deutschland!

Zu erschreckenden Ergebnissen kam vor Kurzem die Stiftung Warentest, als sie Spielzeug für Kinder in einer Testreihe auf Herz und Nieren prüfte. 42 der 50 getesteten Modelle von Holzeisenbahnen, Puppen und Plüschtieren, also über 80 %, wurden als belastet eingestuft, da gesundheitsgefährdende Chemikalien festgestellt wurden. PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Formaldehyd, Schwermetalle, Weichmacher und andere Verbindungen tummeln sich auf und in Spielzeugen, die von den Kindern regelmäßig in den Mund genommen werden. Besonders erschreckend war dabei die Erkenntnis, dass die Herkunft des Spielzeuges dabei unwichtig ist, denn die in Deutschland gefertigten Artikel schnitten nicht besser ab als Waren aus China oder anderen Ländern. Das Problem betrifft Markenware genauso wie billige Massenware.

Kein Verlass auf Prüfsiegel

Eine weitere Gefahr ist, dass sich bei vielen Spielsachen Kleinteile lösen können, die leicht zu verschlucken sind. Und auch hier sind Markenprodukte keine Gewähr für Unbedenklichkeit. Hat man sich bisher auf das CE-Zeichen verlassen, so sollte man auch in dieser Hinsicht kein blindes Vertrauen walten lassen, sonst kann man böse Überraschungen erleben: Auch Spielzeug mit CE-Zeichen und sogar TÜV-Siegel sind beim Test durchgefallen und zeigten auffallende leichte Entflammbarkeit oder verloren verschluckbare Kleinteile. Gesundheitsgefährdende Chemikalien in KinderspielzeugDie Stiftung Warentest, die diese Testreihen in ihrer Novemberausgabe unter der Überschrift „Alarm im Kinderzimmer“ veröffentlichte, rät dringend, vor dem Kauf von Spielzeug auf auffälligen Geruch zu achten und gründlich auf ablösbare Teile zu untersuchen. Wer meint, mit Holzspielzeug sicherer zu liegen als mit Plastikspielzeug, der irrt leider, wie die aktuellen Tests zeigten. Keines der Holzspielzeuge, das getestet wurde, war völlig schadstofffrei!

Keine ausreichenden EU-Richtlinien

Das Hauptproblem, das die Stiftung Warentest und auch viele Politiker sehen, sind die mangelnden gesetzlichen Regelungen. Die Grenzwerte sind oft viel zu hoch angesetzt und viele Schadstoffe sind bisher noch überhaupt nicht gesetzlich geregelt. Deutschland macht sich bereits für Nachbesserungen der neuen EU-Richtlinien stark, die ab 20. Juli 2011 verbindlich werden. In die neuen Spielzeugrichtlinien wurde zwar eine Liste mit 55 verbotenen Substanzen integriert, dieses Verbot kann aber durch die Ausnutzung eines hoch angesetzten Grenzwertes quasi ausgehebelt werden. Unbegreiflich bleibt die Ignoranz, mit der Hersteller von Spielwaren derart gefährdende Spielwaren auf den Markt bringen und Kinder wissentlich den Gefahren von Krebs und Erdgutschädigungen aussetzen.

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