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Kindermarketing:

Wie Werbung Kinder beeinflusst

Werbung will Symbole und Wertvorstellungen gezielt vermitteln. Jedoch können Kinder die Mechanismen von Werbekampagnen noch nicht verstehen. Das macht sie zu leichten Opfern der Werbeindustrie.

Eltern sollten darauf achten, das Kinder nich zuviel Werbung anschauen.

Kinder werden häufig durch Werbung negativ beeinflusst. Bild: © fotolia.de

Ohne Zweifel würde den meisten Kindern und Jugendlichen heute eher ein knackiger Werbeslogan einfallen, als ein literarisches Zitat oder gar ein ganzes Gedicht. Das mag noch nicht weiter tragisch klingen, doch dahinter verbirgt sich noch ein ganz anderes Problem: Werbung vermittelt gezielt Wertvorstellungen und Symbole.

Vom Wahrheitsgehalt der Werbung

Werbung ist darauf ausgerichtet zum Produktkauf zu bewegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nicht ein anderes gleichwertiges oder gar besseres Produkt gibt. Kurz: Wahrheit ist nicht das Ziel von Werbekampagnen. Vielmehr sollen sie den Eindruck vermitteln, dass ein bestimmtes Produkt absolut lebensnotwendig ist. Das hat nicht nur Einfluss auf das Kaufverhalten, sondern auch auf das Selbstbild.

Nur die Marke zählt

Bereits sehr früh beginnen Kinder damit, ihre Umgebung zu charakterisieren und ihren Freundeskreis aufzubauen. Waren die Kriterien dazu bisher eher individueller Natur, werden zusehends andere Punkte wichtig. Nicht wenig Bedeutung kommt dabei den durch Werbung vermittelten Statussymbolen zu. Dabei gilt: Die Person ist mit ihren Besonderheiten zu vernachlässigen, nur der Besitz bestimmter Güter zählt. Die richtige Puppe oder das neueste Auto können so über Freundschaften entscheiden.

Wenn die Nase plötzlich zu groß ist

Doch nicht nur das Sozialverhalten von Kindern kann durch Werbung beeinflusst werden. Auch Schönheitsideale werden durch Werbung kreiert. Die Nase, die immer in Ordnung war, ist auf einmal zu groß und zu schief. Und ein Kind, das bis dato mit seinen kurzen dunklen Locken zufrieden war, ist auf einmal sterbensunglücklich, weil es sich glattes blondes Haar wünscht. Abhilfe bieten die vielen in der Werbung angepriesenen Produkte der Kosmetikindustrie. Und so sieht man nicht selten schon 12-Jährige mit gefärbtem Haar und lackierten Fingernägeln.

Der eingeschränkte Blick der Werbung

Die oben begonnene Liste der Probleme und Bedenklichkeiten ließe sich noch unendlich fortführen, doch das ist an dieser Stelle weder möglich noch nötig. Denn als Essenz ließen sich alle Probleme in einer Aussage zusammenfassen: Werbung hat nie den ganzen Menschen im Blick. Alles, was einen Menschen besonders macht, wird in der Werbung ausgeblendet. Es zählt ausschließlich der kaufkräftige Kunde!

Werbung kann man nicht ausweichen, sie ist überall und schreit von allen Seiten auf die Menschen ein. Also muss man lernen mit ihr umzugehen. Kritisch betrachtet verliert die Werbung viel von ihrer Magie. Doch häufig fehlt Erwachsenen wie Kindern gleichermaßen der Abstand, um die Werbung als das zu erkennen, was sie ist: die bloße Jagd nach dem schnöden Mammon.

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  • Andy

    Interessante Ansicht, ich glaub ich muss jetzt besser darauf achten was in der werbung kommt 😉