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Alzheimer – Demenzerkrankung und Ihre Folgen

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz, eine Erkrankung des Gehirns, die mit einer zunehmenden Schwächung des Gedächtnisses, des Verstandes und Denkvermögens einhergeht.

Skizze von einem Kopf - bei dem das Gehirn ausradiert wird - genau wie bei Alzheimer.

Alzheimer ist eine schwere Gedächtnisfunktionsstörung. Bild: © fotolia.de

Diese Krankheit beginnt meist in fortgeschrittenem Alter, Frauen sind stärker betroffen als Männer und bereits jede dritte 90-jährige Person erkrankt an Alzheimer.

Je stärker die Krankheit die mentalen Fähigkeiten einschränkt, desto schwerer sind für die Kranken auch alltäglich Aufgaben zu bewältigen, und einige Jahre nach dem ersten Auftreten dieser Erkrankung werden die meisten Betroffenen pflegebedürftig. Besonders schlimm für die Angehörigen ist meist, dass die Kranken sie nicht mehr erkennen.

Was ist die Ursache von Alzheimer?

Alois Alzheimer, ein deutscher Neuropathologe und Psychiater, nach dem die Krankheit benannt ist, entdeckte 1906 erstmals die Anzeichen im Gehirn seiner Patienten: kleine Veränderungen in der Hirnstruktur.

Die Ursachen für Alzheimer sind bislang noch nicht geklärt, doch scheinen viele verschiedene Faktoren die Entstehung zu beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise eine genetische Veranlagung, zurückliegende schwere Verletzungen am Kopf, bestimmte Grunderkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Zuckerkrankheit, Bluthochdruck oder Depressionen; Kinder von Spätgebärenden haben ebenfalls ein höheren Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Die Erkrankung geht mit einer Störung im Hormongleichgewicht des Gehirns einher, genauer: der Botenstoffe Glutamat und Acetylcholin. Das Missverhältnis sorgt dafür, dass Nervenzellen im Gehirn absterben.

Je mehr Nervenzellen absterben und je mehr unvollständig abgebaute Reste sich im Gehirn ablagern, desto stärker werden die Hirnfunktionen gestört. Die Fähigkeit, sich zu orientieren, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten, planvoll zu handeln und zu kommunizieren lassen mit dem Fortschreiten der Krankheit immer mehr nach.

Wie verläuft die Morbus Alzheimer-Krankheit?

Die Beschwerden bei Alzheimer sind individuell unterschiedlich und nicht bei allen Betroffenen gleich stark ausgeprägt. Ausmaß und Art der Beschwerden sind von den Lebensumständen des Patienten, der betroffenen Hirnregion und dem körperlichen Zustand abhängig.

Zunächst ist oft das Hippocampus betroffen – der Bereich des Gehirns, der für das Erinnern zuständig ist, ein typisches Symptom ist der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Sind vordere Bereiche des Gehirns betroffen, so ist die Sprachfähigkeit beeinträchtigt, ein typisches Symptom sind Wortfindungsschwierigkeiten.

Werden die ersten Beeinträchtigungen bemerkt, liegt der Beginn der Gehirnveränderungen meist schon Jahre zurück. Trotz individuell verschiedener Abläufe unterscheidet man allgemein drei Stadien:

  • 1. Stadium – leichte Demenz: Zu Beginn ist oft das Kurzzeitgedächtnis beschädigt, neue Informationen können nicht mehr gespeichert werden. Die Kranken führen bereits Erledigtes noch einmal aus, sie vergessen Namen, fragen ständig das gleiche und wiederholen sich. Den Patienten fällt es schwer, Worte zu finden, ihre Sätze werden immer kürzer und einfacher, sie verwechseln Datum und Uhrzeit. Die Betroffen merken die Veränderungen der Krankheit und reagieren mit Scham, Angst, Niedergeschlagenheit, sowie Wut und Aggression.
  • 2. Stadium – mittelgradig schwere Demenz: In diesem Stadium brauchen die Betroffenen mehr Unterstützung von anderen Personen, denn sie haben zunehmend Schwierigkeiten, ihren Alltag zu bewältigen. Namen von gut bekannten Personen und Angehörigen werden vergessen, Körperpflege, Ankleiden und Nahrungsaufnahme erledigen die Betroffenen nur mit großer Mühe. Außerhalb der Wohnung verlaufen sich die Patienten, in der eigenen Wohnung finden sie sich kaum noch zurecht. Der Tag-Nacht-Rhythmus kann verloren gehen. Der Umgang mit Alzheimer-Patienten wird durch abrupte Stimmungswechsel, kombiniert mit Aggression oder starker Zurückgezogenheit, oft sehr schwer.
  • 3. Stadium – schwere Demenz: Die Betroffenen sind völlig auf fremde Hilfe angewiesen, der Wortschatz ist stark eingeschränkt, Kommunikation ist nur sehr schwer möglich. Häufig kommt es zu Ausfällen der Körperkontrolle und wegen des körperlichen Abbaus werden viele Betroffene bettlägerig und anfällig für Infektionen.

Was kann man gegen Alzheimer tun?

Bislang gibt es keine speziellen Therapien, um den Zerfall der Nervenzellen im Gehirn dauerhaft zu stoppen. Aber einige Medikamente können den Verlauf von Alzheimer verlangsamen und damit auch die Symptome (Angst, Schlaflosigkeit, Unruhe, Niedergeschlagenheit) mildern. Diese Medikamente greifen in den Hormonstoffwechsel des Gehirns ein: Cholinesterasehemmer verhindern den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin, der bei Alzheimer-Erkrankten in zu geringen Mengen vorhanden ist.

Mittlerweile hat man zudem verschiedene Therapie- und Trainingsformen entwickelt, die den Verlauf der Krankheit verlangsamen. Dazu gehören beispielsweise Gedächtnistrainings und Konzentrationsübungen, Musiktherapie, Selbsterhaltungstraining, bei dem sich die Erkrankten mit Fotos und Erlebnissen aus ihrem eigenen Leben beschäftigen, um ihr Wissen über sich selbst wachzuhalten. Auch Trainings, die alle Sinne ansprechen, sind eine mittlerweile erprobte Therapieform, die das Wohlgefühl der Patienten steigern kann.

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  • hallo

    Wirklich sehr informativ!