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Der AD-36 Virus: Viren, die dick machen können

Der AD-36 Virus kann auch Dick machenUndiszipliniertes Essverhalten kann zu Übergewicht führen. Doch im Schatten dieser Binsenweisheit lauert in dunklen Hinterhalten noch ein ganz anderer Angreifer, der es auf den vernichtenden Schlag gegen die schlanke Linie abgesehen hat. Die Rede ist hier vom Erkältungsvirus AD-36, welches jüngsten Studien zufolge nicht nur die Nase zum Laufen, sondern auch das Gewicht zum Ansteigen anregt.

Kleine Ursache, fatale Folgen

Im Rahmen einer Feldstudie untersuchten US-amerikanische Wissenschaftler 124 Kinder unterschiedlicher Gewichtsklassen. Dabei wurde festgestellt, dass Kinder, bei denen eine bestehende oder vergangene Infektion mit dem AD-36 Virus nachgewiesen werden konnte, im Schnitt deutlich mehr Speck auf den jungen Rippen hatten, als die nicht infizierte Vergleichsgruppe. Und was die Forscher bei den jungen Pfundstypen zutage gefördert haben, gilt selbstverständlich auch für ältere Semester. Wenn jemand also mehr oder weniger vergeblich mit seinen Rettungsringen ringt, dann kann es durchaus daran liegen, dass eine zurückliegende Erkältung ursächlich für den vergeblichen Kampf gegen die Kilos verantwortlich ist. Und nicht etwa mangelnde Disziplin bei Tisch.

Wie funktioniert dieser fiese Fettzellenturbo?

Das AD-36 ist ein so genanntes Adenovirus, und in dieser Eigenschaft üblicherweise als der Verursacher von Atemwegsentzündungen und tränenden Augen unterwegs. Doch im Labor enthüllt dieses unbehüllte Virus seine volle Hinterlist. Wenn man es mit Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe zusammenbringt, dann kann man beobachten, wie diese Stammzellen sich zu ganz besonders stattlichen und aufnahmefähigen Fettzellen auswachsen.

Der AD-36 Virus in der BlutbahnEs ist also davon auszugehen, dass AD-36 das Größenwachstum und damit die spätere Befüllung der ungeliebten Notspeicher mehr als nachhaltig anregt. Zumindest bei einem Großteil der Menschen. Denn es gibt jene Glücklichen, die trotz einer nachweislichen Infektion mit AD-36 ohne Probleme rank und schlank durchs Leben schweben.

Oft genug wird ein allzu unbefangener Umgang mit Nahrung seinen Anteil zu Übergewicht beitragen, keine Frage. Doch nicht erst seit AD-36 mehren sich die Hinweise darauf, dass es in der Gewichtsgleichung noch viele Unbekannte und manchmal sogar unheimlich Bekannte gibt. Und deshalb sind voreilige Vorwürfe an „die willensschwachen Dicken“ mehr als ungerecht. Das sollten vor allem auch Mediziner immer im Hinterkopf haben, bevor sie ihren beleibten Patienten zu drastischen und möglicherweise sinnlosen Gewaltkuren raten. Oder sie voreilig der Haltlosigkeit bezichtigen.

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