Startseite / Gesundheit / Der gestresste Mann – Wenn die Lust zur Last wird

Stress belastet die Sexualität:

Der gestresste Mann – Wenn die Lust zur Last wird

Der getresste MannStress schlägt nicht nur in erheblichem Maße auf Herz und Magen, sondern auch auf die Libido. Eine Erkenntnis, die zwar nicht neu ist, aber noch immer vielen Männern und Frauen Kopfzerbrechen bereitet. Denn statt ein paar ausgelassenen Stunden zu zweit, regieren immer öfter Lustlosigkeit und Langeweile in den Schlafzimmern gestresster Menschen. Scheinbare Ausreden ersetzen die Leidenschaft und oftmals fühlt sich der Partner zurückgesetzt, ungeliebt oder nicht mehr attraktiv genug – Frust macht sich breit und die Partnerschaft wird belastet. Doch meistens hat der Mangel an Lust einen ganz banalen Grund: Stress.

Glück im Beruf, Pech in der Liebe

Ganz so banal ist der Faktor Stress natürlich nicht, sondern kann ganz im Gegenteil zu einem ernsthaften Problem werden, nämlich genau dann, wenn die Lust durch die „geistige“ Unruhe wirklich dauerhaft zur Last wird. Für Frauen ist das Problem ebenso vorhanden wie für Männer auch, doch kommt bei den Herren der Schöpfung ein weiterer Aspekt hinzu, der die Situation meist noch verschärft: die Potenz, besser gesagt Potenzstörungen. Denn ist der Kopf voll, wird es schwieriger sich zu entspannen und sich physisch oder emotional auf den Partner einzulassen. Besonders der physische Aspekt ist dabei nicht zu unterschätzen, denn Stress wirkt sich direkt auf den Stoffwechsel des Körpers aus, sodass es nur allzu oft allzu leicht passieren kann, dass der Wunsch nach körperlicher Aktivität zwar vorhanden ist, selbige unter der Gürtellinie aber einfach ausbleibt.

Darum killt Stress die Lust

Stress und Lust stehen sich insofern im Weg, weil sich die zugrundeliegenden, biologischen Vorgänge dabei entgegen wirken. In Stresssituationen arbeitet das sympathische Nervensystem auf Hochtouren: Der Körper schüttet Stresshormone aus, die Atemfrequenz erhöht sich, die Blutgefäße verengen sich und Muskeln, sowie Gehirn werden durch eine erhöhte Durchblutung scharf geschalten, um sich auf eine Flucht oder einen Kampf vorzubereiten. In gleichem Zuge werden die Funktionen der Verdauung und Geschlechtsorgane heruntergefahren. Für die Lust hingegen, ist das parasympathische Nervensystem gefragt. Ist dieses aktiv, so entspannt sich der Körper, die Genitalien werden besser durchblutet und man ist deutlich empfänglicher für Ruhe, Erholung und eben sinnlichen Genuss. Das Dilemma ist offensichtlich: Befindet sich der Körper im Stresszustand, ist kein Platz für Erholung und Lust. Und da beides zusammen nicht geht, muss für mehr Schwung im Bett der Stresspegel reduziert werden. Doch der Weg aus dem Stress ist nicht unbedingt einfach.

Stress lauert überall, nicht nur im Büro

Lustlosigkeit - Stress wirkt sich Negativ auf die Sexualität ausIn erster Linie wird Stress mit Arbeit verbunden. Das ist häufig richtig, aber gewiss nicht die einzige Quelle für die gefürchtete Unausgeglichenheit, die sich negativ auf Gesundheit, Gemüt und Sexualität auswirkt. Vielmehr lauert potentieller Stress an jeder Ecke. Auch Familientrubel, Geldsorgen, alle Arten von Ängsten, zu hohe Ansprüche an sich selbst oder Druck in jeder erdenklichen Form können den Stresspegel nach oben treiben und physische, sowie psychische Überforderung  bedeuten in der Regel das sichere Aus für die innere Ruhe. Doch genau die ist gefragt, wenn die Lust wieder mehr für Freude und Lebensqualität einstehen soll. Denn mehr Druck bedeutet wieder mehr Stress und die gesamte Situation spitzt sich immer weiter zu. Bereits im Jahre 2007 kamen Wissenschaftler der Universität Göttingen einer Studie mit etwa 30.000 Männern und Frauen zu dem Ergebnis, dass  Stress auch durch zu wenig Sexualität entstehen kann. Entsprechend kann man also sehr schnell in einen Teufelskreis geraten, der einen Ausweg aus der Stresssituation erschwert. Zum einen nimmt die Lust durch den Stress ab und zum anderen wird man durch die mangelnde Lust noch gestresster. Befindet man sich dann erst einmal in solch einer Stressfalle, gilt es die Ursachen auszumerzen.

Ein Fall für den Therapeuten?

Nicht jede Art von Stress wird von jedem Menschen gleich empfunden. Was für den einen schon eine stark negative Stresssituation bedeutet, mag für den anderen noch eine harmlose, positive Aufregung sein. Im umgekehrten Fall reagiert auch nicht jeder gleich auf verschiedene Methoden des Stressabbaus. Hier gilt es in jedem Falle eine geeignete Methode zu finden und dem Stress an den Kragen zu gehen. Eine Patentlösung für die stressbedingte Unlust gibt es nicht, aber Entspannungsübungen können sicherlich nicht schaden und sollten auf Dauer den Stressabbau merklich unterstützen. Sind die Ursachen für den ungesunden Stress allerdings bereits so tief verwurzelt, dass eigene Maßnahmen zur Entspannung keine Früchte mehr tragen, und das kommt nicht selten vor, so sollte man sich nicht scheuen, auch professionelle Beratung durch einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen, um den alltäglichen oder beruflichen Stress wieder auf ein gesundes Level zu senken. Was man auf keinen Fall tun sollte, ist den Mythos des unerschütterlichen Mannes auf Krampf aufrechterhalten zu wollen und jegliche „Lust-Problematik“ mit dem Gedanken „Das wird schon wieder“ von sich zu weisen. Denn unterm Strich geht es um Lebensqualität, Lebensfreude und nicht zuletzt auch um das Wohlbefinden des Partners.

© Pixel Trader Ltd. 2013 Alle Rechte vorbehalten

Über Redaktion

Beiträge und Artikel die mit der Bezeichnung "Redaktion" gekennzeichnet sind, werden in aller Regel durch die Mitglieder der Redaktion veröffentlicht. Das sind unter anderem: Mikela Steinberger, Michael Wolfskeil, Stephan Lenz, Angelika Lensen, Frank M. Wagner und Manuela Käselau. Auch Artikel von Autoren deren Name nicht genannt werden soll, werden unter diesem Label publiziert. Darunter sind einige erfolgreiche Buchautoren.
  • Erstmal muss MANN merken, dass Reizbarkeit, Erschöpfung und auch Probleme im Bett an Stress liegen können. Die Wahrnehmung des Problems ist meistens 2/3 des Weges zur Lösung. Leider aber die schwerste Wegstrecke in der Therapie