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Perinatale Programmierung:

Schwangere mit Übergewicht bekommen dicke Kinder

Bei der Perinatale Programmierung gehen Mediziner davon aus, dass Mütter durch ihr Verhalten während der Schwangerschaft, die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen.

Perinatale Programmierung - Dicke Schwangere bekommen dicke Kinder.

Perinatale Programmierung: Schwangere Frauen mit Übergewicht bekommen häufig dicke Kinder. Bild: © fotolia.de

Bei Schwangerschaft und Geburt hat die Gleichberechtigung ihre natürlichen Grenzen. Während der Vater sich ungeniert den Bauch voll schlagen kann, muss die Mutter in spe bereits vor der Geburt an ihr Kind denken.

Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass durch äußerliche Einflüsse wie die Ernährung der Mutter und die Einwirkung von Hormonen künftige Funktionsweisen von Organen und Organsystemen des Ungeborenen oder Neugeborenen festgelegt werden. Dieses Prinzip nennen sie „perinatale Programmierung“.

Besonders schwer wiegt der Einfluss der Mutter beim Gewicht. Nimmt sie während der Schwangerschaft stark zu, erhöht sich das Übergewichtsrisiko für das Kind im späteren Leben um 60 bis 70 Prozent. Außerdem steigt bei starker Gewichtszunahme das Geburtsgewicht des Neugeborenen. Solche rundlichen Babys haben später ebenfalls häufig mit Übergewicht und/oder Diabetes mellitus Typ 2 zu kämpfen. Darüber hinaus erschweren dicke Babys die eigentliche Geburt.

Essen für zwei – nein danke

Schwangere sollten deshalb auf keinen Fall für zwei futtern. Normalgewichtige Frauen benötigen lediglich täglich 200 bis 300 kcal mehr für das gesunde Wachstums des Kindes. Das entspricht zwei Bananen oder 250 Gramm Natur-Joghurt.

Bei diesem Kalorienplus nehmen normalgewichtige Frauen während den vierzig Schwangerschaftswochen 11,5 bis höchstens 16 Kilogramm zu. Übergewichtige Frauen sollten möglichst nur 7 bis 11 Kilogramm zulegen und adipöse (fettleibige) maximal 9 Kilogramm. Letztere sollten möglichst vor der Schwangerschaft etwas abnehmen.

Schwangere sollten besonders ihren Heißhunger auf Süßes im Auge haben. Denn eine hohe Zuckerzufuhr führt zu einem hohen Blutzuckerspiegel, den der Körper mit Hilfe von Insulin wieder senkt. Zu viel Insulin fördert jedoch die Fetteinlagerung und die Gewichtszunahme.

Dieser Vorgang läuft bei Mutter und Kind ab. Neben der Zuckerzufuhr kann auch eine erhöhte Eiweißzufuhr die Insulinausschüttung erhöhen. Daher sollte die künftige Mutter auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Stillen schützt vor Übergewicht

Auch nach der Geburt bleibt die Mutter in der Verantwortung. Denn die beste Ernährung für das Baby ist immer noch die Muttermilch. So senkt das Stillen das Risiko, im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter Übergewicht zu bekommen. Jeder Monat des Stillens ist dabei ein Plus für die zukünftige Gesundheit des Kindes.

Muttermilch hält die Babys nicht nur schlank, sondern mindert auch ihr Risiko im späteren Leben Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu bekommen. Zusätzlich hilft Stillen in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten Allergien zu vermeiden.

Wer nicht stillen kann oder möchte, sollte dem Baby eine industriell hergestellte hypoallergene Säuglingsmilch geben. Alle anderen Lebensmittel sind in den ersten vier Monaten tabu, da sich sonst das Risiko für eine Allergie, zum Beispiel gegen Kuhmilch, erhöht.

Um weniger zuckerkranke und übergewichtige Kinder zu bekommen ist also künftig mehr Prävention gefragt. Die beginnt nach neuesten Erkenntnissen eben nicht im Kindergarten- oder Schulalter, sondern bereits im Mutterleib und in den ersten Lebenswochen.

Fazit: Künftige Mütter sollten auf ihr Gewicht achten und nicht mehr als 200 bis 300 kcal pro Tag zusätzlich zu sich nehmen. Den Naschtrieb sollten sie lieber bei oder nach den Hauptmahlzeiten ausleben. Denn zwischen den Mahlzeiten lassen Süßigkeiten den Blutzuckerspiegel unnötig in die Höhe schnellen. Und frisch gebackene Mütter sollten ihre Kinder möglichst lange stillen.

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