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Tendinosis calcarea:

Kalkschulter – Schmerzen durch Kalkablagerungen

Gut 2,5% Menschen in Deutschland leiden unter einer Kalkschulter. Kalkablagerungen im Schultergelenk verursachen bei jeder Bewegung höllische Schmerzen.

Eine Kalkschulter verursacht starke Schmerzen.

Kalkschulter – durch Kalkablagerungen in der Schulter entstehen starke Schmerzen. Bild: © fotolia.de

Wenn einem beim Rückenkratzen plötzlich Schmerzen das Wasser in die Augen treiben, das Armeheben zur Qual wird, dann gehört man vermutlich zu den rund 2,5 Prozent der Menschen in Deutschland, die an einer so genannten Kalkschulter leiden.

Was die Mediziner Tendinosis calcarea oder Tendinitis calcarea nennen, ist eine Erkrankung des Bewegungsapparates, bei der Kalkablagerung in den Schultersehnen bzw. deren Ansatzstellen am Knochen zu starken Schmerzen in der Schulter sowie zu unangenehmen Bewegungseinschränkungen in Arm und Schulter führen. Besonders bei Bewegungen, die Druck auf die Kalkdepots auf den Sehnen ausüben, entsteht Schmerz. Durch die erhöhte Reibung kann sich zudem der Schleimbeutel zwischen Sehne und Schulterdach entzünden (Bursitis calcarea).

Selbst alltägliche Bewegungen wie das An- oder Ausziehen eines T-Shirts, das Kämmen der Haare, Zähneputzen etc. werden mit einer Kalkschulter schwierig und schmerzhaft. Auch das Einschlafen in Seitenlage ist auf der betroffenen Seite im Normalfall eigentlich unmöglich.

Wodurch entsteht die Kalkschulter?

Bislang sind keine eindeutigen Ursachen für die Kalkschulter bekannt. Es gibt keine bevorzugte Patientengruppe – sowohl alte Menschen als auch junge Menschen, Sportler ebenso wie eingefleischte „Couch Potatoes“ können von dieser Erkrankung betroffen sein. Derzeit werden vermehrte mechanische Belastung der Sehnen, in Kombination mit Durchblutungsstörungen, als möglicher Grund für die Bildung einer Kalkschulter diskutiert.

Um verwandte Krankheiten auszuschließen bedient sich der behandelnde Arzt bildgebender Verfahren: Sowohl im Röntgenbild als auch auf Ultraschallbildern oder mit Hilfe der Kernspintomographie können Kalkablagerungen an den Sehnen im Schulterbereich sichtbar gemacht werden.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für die Kalkschulter?

Für die Behandlung der Kalkschulter bieten sich mehrere, unterschiedliche Behandlungsverfahren an, deren Ziel zum einen ist, entstandene Entzündungen abklingen zu lassen, die Kalkdepots zu zerstören und den Bewegungsradius wieder zu erhöhen.

Prinzipiell kann man innerhalb der Schulmedizin zwischen konservativen und operativen Verfahren unterscheiden. Auch im Bereich der Alternativmedizin gibt es auch einige Ansätze, um das Problem der schmerzhaften Kalkschulter zu lösen.

Behandlungsverfahren im Überblick:

  • Schmerzmittel: Die Mittel werden injiziert oder oral gegeben.
  • Mittel zur Muskelentspannung: Werden gleichfalls injiziert oder oral gegeben.
  • Entzündungshemmende Medikamente, z. B. Kortisonspritzen
  • Stoßwellentherapie: Die Kalkablagerungen werden durch Schallwellen zertrümmert und können dann vom Körper abgebaut werden. Dieses Prinzip wird auch häufig bei Nierensteinen angewandt.
  • Physiotherapie: Magnetfeldtherapie, Rotlichtbehandlung, Kälteanwendungen sowie Elektrostimulation der schmerzhaften Bereiche.
  • Needling: Ein veraltetes Verfahren, bei dem die Kalkdepots angestochen und „ausgeschwemmt“ werden.
  • therapeutischer Ultraschall: Fördert die Durchblutung in der Region der Kalkablagerung.
  • Elektrotherapie: Durchblutungsförderung durch Einsatz von Gleichstrom.
  • Iontophorese: Salben oder Gels werden durch Strom an das Kalkdepot herangeführt.
  • microinvasive Operation mit Ultraschall: Mit Hilfe einer Spritze wird unter örtlicher Betäubung das Kalkdepot abgesaugt.

Führen die oben beschriebenen Verfahren nicht zum gewünschten Erfolg, besteht die Möglichkeit das Kalkdepot operativ zu entfernen. Heute benutzt man meist endoskopische Operationstechniken, durch die ein minimaler Eingriff gewährleistet ist. Der Eingriff wird häufig ambulant durchgeführt und gehört inzwischen zu den unkomplizierten Routineoperationen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten für Kalkschultern

Im Bereich der Alternativmedizin gibt es mehrere Verfahren, die Heilung versprechen. So bietet zum Beispiel die Akupunktur Möglichkeiten der Schmerzreduktion an. Die Kalkschulter spricht außerdem sehr gut auf homöopathische Behandlungen an. Und auch regelmäßig durchgeführte Feldenkrais-Übungen können bereits entstandene und schmerzende Kalkdepots wieder auflösen. Heilgymnastik und Massage der Sehnenansätze sind ebenfalls geeignet.

Die Naturheilkunde empfiehlt bei akuter Entzündung Wickel mit Kohlblättern, Quark oder Zwiebelumschläge sowie Umschläge mit verdünnter Arnikatinktur.

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