Startseite / Gesundheit / Windpocken verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion

Kinderkrankheit:

Windpocken verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion

Als „Windpocken“, „Wasserpocken“ oder „Varizellen“ (in Österreich auch „Schafblattern“ oder „Feuchtblattern“) bezeichnet man eine häufige Kinderkrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird.

Kinderkrankheit Windpocken - kleiner Junge hat Hautausschlag.

Ein kleines Kind ist an der Kinderkrankheit Windpocken erkrankt. Bild: © fotolia.de

Das Virus gehört zur Familie der Herpesviren und heißt deshalb auch Humanes Herpesvirus 3 (HHV-3).

Die Windpocken haben übrigens nichts zu tun mit den gefährlichen echten Pocken oder Blattern, die von Pocken aus der Familie der Orthopoxviren übertragen werden.

Übertragen werden die Windpocken durch eine Tröpfcheninfektion. Der Name „Windpocken“ bezieht sich auf die extrem hohe Ansteckungsfähigkeit der Viren: Sie können in der Luft über mehrere Meter hin übertragen werden. Wer jedoch als Kind ein Mal an Windpocken erkrankt, ist im Allgemeinen sein ganzes Leben lang gegen dieses Leiden immun.

Da sich aber einzelne Viren in den Nervenwurzeln des Rückenmarks oder den Ganglien der Hirnnerven einnisten, können sie im fortgeschrittenen Alter die unangenehme „Gürtelrose“ verursachen. Seit der Einführung einer Schutzimpfung ist in Deutschland ein deutlicher Rückgang der Windpockenerkrankungen zu beobachten.

Windpocken – eine Kinderkrankheit?

Die meisten Infizierten sind Kinder im Kindergarten-Alter zwischen 2 und 6 Jahren. Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Wochen zeigen sich stark juckende Flecken, Knötchen und Bläschen auf der Haut. Die Bläschen sind mit einer Flüssigkeit gefüllt und können platzen.

Vorsicht, der Inhalt der Bläschen ist sehr infektiös! Das Varizella-Zoster-Virus kommt in der Bläschen-Flüssigkeit in sehr hoher Konzentration vor. Adstringierende (zusammenziehende) Kompressen oder Medikamente, die den Juckreiz stillen bzw. Silberpuder können daher zu einem günstigen Verlauf der Erkrankung beitragen.

Außerdem senken sie die Gefahr von so genannten bakteriellen Superinfektionen (also die Gefahr, dass während der Vireninfektion der Patient mit seinem geschwächten Immunsystem zusätzlich auch noch an bakteriellen Infektionen erkrankt) und vermindern zudem die Gefahr, dass pflegende Personen angesteckt werden.

Windpocken-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

Bei Kindern ist diese Krankheit meistens unangenehm und schmerzhaft, aber selten gefährlich. Die Therapie besteht daher in Bettruhe, fiebersenkenden Maßnahmen und juckreizstillenden Medikamenten, Umschlägen oder ein Pudern der betroffenen Areale mit Silberpuder. Bei immungeschwächten Patienten oder in sehr schweren Fällen können auch Virostatika gegeben werden.

Erkranken Erwachsene an Windpocken (oder sonstigen Kinderkrankheiten), kommt es häufig zu schwereren Verläufen als bei Kindern. Es wurden Entzündungen des Gehirns oder der Gehirnhäute sowie Leber- und Lungenentzündungen oder Beschwerden an den Gelenken beobachtet.

Windpocken sind zwar in Deutschland im allgemeinen keine meldepflichtige Infektionskrankheit nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen müssen jedoch nach § 34 (6) IfSG das Gesundheitsamt über Windpockenfälle sofort informieren, weil die Gefahr der epidemischen Verbreitung besteht.

Wie beugt man einer Windpockenerkrankung vor?

Neben den allgemeinen Vorbeugungen, die bei Infektionskrankheiten üblich sind, (wenig Kontakt zu Kranken, Desinfektion, optimale Hygiene…) gibt es seit mittlerweile eine Impfung, die seit 2004 auch von der STIKO, der ständigen Impfkommission, empfohlen wird – und zwar für Kinder ab dem 9. Lebensjahr und für Erwachsene, wenn sie bis dahin noch nicht an Windpocken erkrankt waren, wie das Robert-Koch-Institut informiert.

Wie auch bei anderen Impfungen gegen Kinderkrankheiten gibt es aber auch bei der aktiven Immunisierung gegen Windpocken eine rege Diskussion über Nebenwirkungen und Sinnhaftigkeit dieser Impfung.

Für pflegende Eltern, die als Kind nicht an Windpocken erkrankt waren, können vorbeugend gegebene Virostatika Schutz vor einer Ansteckung schaffen. Alternativ ist auch eine so genannte passive Immunisierung möglich. Dabei wird ein Impfserum gespritzt, das Antikörper gegen die Windpocken enthält. Der Ansteckungs-Schutz mit passiver Immunisierung hält allerdings nur kurze Zeit an.

© Pixel Trader Ltd. 2013 Alle Rechte vorbehalten

Über Redaktion

Beiträge und Artikel die mit der Bezeichnung "Redaktion" gekennzeichnet sind, werden in aller Regel durch die Mitglieder der Redaktion veröffentlicht. Das sind unter anderem: Mikela Steinberger, Michael Wolfskeil, Stephan Lenz, Angelika Lensen, Frank M. Wagner und Manuela Käselau. Auch Artikel von Autoren deren Name nicht genannt werden soll, werden unter diesem Label publiziert. Darunter sind einige erfolgreiche Buchautoren.