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Autoimmunerkrankung:

Multiple Sklerose – Narben auf den Nervenbahnen

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die meist im frühen Erwachsenenalter beginnt.

Ärztin spricht mit einem Patienten

Ärztin stellt die Diagnose und erklärt dem Patienten was eine Multiple Sklerose ist. Bild: © fotolia.de

Entzündungen in der Myelin-Schutzschicht der Nerven führen dazu, dass die Nerven ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr nachkommen können: Sie können Informationen nicht mehr richtig weiterleiten. Typisch für MS ist, dass die Krankheit in Schüben auftritt. Immer wenn ein neuer Entzündungsherd mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen auftritt, nennt man das einen Schub. Oft klingt er bereits nach einiger Zeit wieder ab und die Normalfunktion des Nervensystems wird wieder hergestellt.

Manchmal kann es aber auch sein, dass das entzündete Nervengewebe vernarbt, die Mediziner sagen: es sklerosiert. Die Ursache der Autoimmunerkrankung MS ist nicht bekannt, man nimmt an, dass eine Mischung aus sowohl genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen die Krankheit auslösen.

Woran erkennt man Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose hat sehr viele verschiedene Erscheinungsbilder. Zu Beginn der Erkrankung sind unspezifische Kribbelmissempfindungen, Stolpern oder Sehprobleme häufig. In weiterer Folge kann es zu unterschiedlichsten Symptomen kommen, je nachdem welche Nerven von den Entzündungsherden betroffen sind.

Häufig kündigt sich MS an durch:

  • Entzündungen im Bereich des Sehnervs, die zu Sehstörungen führen
  • Entzündungsherde im Bereich sensibler Bahnsysteme, die Missempfindungen bzw. Taubheitsgefühle und Schmerzen verursachen (oft in Händen und Beinen)

Wenn das motorische System betroffen ist, also die Nerven, die etwa für die gezielte Bewegung von Armen und Beinen zuständig sind, treten dagegen Lähmungserscheinungen der Extremitäten auf.

Multiple Sklerose oder doch eine andere Krankheit?

Ärztin erklärt dem älteren Patienten das Röntgenbild

Fachärztin erklärt dem Patient die Röntgenaufnahme.
Bild: © fotolia.de

Vor allem zu Beginn ist es oft nicht klar, ob MS oder eine andere Erkrankung des Nervensystems für die Probleme verantwortlich ist. Moderne Verfahren haben in den letzten Jahren allerdings Erleichterung bei der Diagnosestellung gebracht.

Die ersten Untersuchungen bestehen in der Regel aus der Erhebung der Krankheitsgeschichte und einer detaillierten neurologische Analyse. Je nach den Ergebnissen kommt es in weiterer Folge noch zu zusätzlichen Überprüfungen. (Untersuchung der Sehnerven, Computertomographie, Magnetresonanztomographie)…

Zusätzlich wird immer das Nervenwasser, der so genannte Liquor untersucht, da sich bei einer Entzündung bestimmte Eiweißkörper entwickeln, die man im Liquor nachweisen kann. Die Suche nach der richtigen Diagnose kann mitunter sehr lange dauern und kompliziert sein.

Der Krankheitsverlauf bei Multipler Sklerose

Multiple Sklerose ist derzeit nicht heilbar, allerdings kann ihr Verlauf durch verschiedene Maßnahmen günstig beeinflusst werden. Die meisten Vorurteile über MS stimmen nicht: Die Krankheit ist weder ansteckend, noch erblich, sie ist nicht in jedem Fall tödlich, ist nicht psychisch bedingt und führt nicht in jedem Fall zu einem Leben im Rollstuhl.

Obwohl die durchschnittliche Lebenserwartung von MS Patienten im Vergleich zu nicht Erkrankten um 6 bis 10 Jahre geringer ist, ist in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang der Sterblichkeit zu beobachten.

Behandlungsmöglichkeiten bei Multipler Sklerose

Ziel einer MS-Therapie ist es im Allgemeinen, dass sich die Beschwerden eines Entzündungsschubs möglichst vollständig zurückbilden, weitere Schübe verhindert werden, es nicht zu bleibenden Behinderungen kommt oder sich bereits bestehende Behinderungen nicht verschlechtern.

Dazu gibt es in der Therapie einzelne Bausteine, die je nach Anlass zusammengefügt werden müssen. Die wichtigsten sind:

  • Medikamentöse Behandlung
  • Krankengymnastik (Physiotherapie)
  • Ergotherapie
  • Psychotherapie

Zusätzlich können auch noch alternative Verfahren als Bausteine in das Gesamtkonzept mit einbezogen werden. Eingesetzt werden zum Beispiel:

  • Akupunktur
  • Craniosakral-Therapie
  • Bachblütentherapie
  • Meditationstechniken
  • Entspannungsübungen

Welche Therapien wirken, lässt sich nicht unbedingt vorhersagen. Die Krankheit und damit auch die Gegenmittel sind individuell sehr unterschiedlich und müssen demnach auch individuell festgestellt werden.

Eine weitere Unterscheidung der Therapiebausteine ist nach dem Anlass möglich. Dabei unterscheidet man die Therapie des akuten Schubs, Therapie der Symptome und die Langzeittherapie.

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  • katja laurus

    Hi, ich bin auch eine MS Patientin bloß bei mir waren die Ärzte am Anfang nicht sicher, da man nur CT Röntgen gemacht hatte und kein MRT. Was aber hätte gemacht werden müssen, da war ich 14 jahre alt, jetzt bin ich 20 und trage es schon seit sechs Jahren mit mir herum. Und es ist auch sehr weit in meinen kopf aus gebrochen. Auch mit dem Laufen habe Probleme.