Startseite / Gesundheit / Nie mehr Übergewicht? – Forscher lassen Körperfett schmelzen

Braune Fettzellen:

Nie mehr Übergewicht? – Forscher lassen Körperfett schmelzen

Einer US-amerikanischen Studie zu Folge könnte das Abnehmen künftig nicht nur erheblich erleichtert werden, sondern von ganz alleine funktionieren.

Wissenschaftler arbeitet im Labor.

Braune Fettzellen: Wissenschaftler haben die Lösung im Kampf gegen das Übergewicht gefunden. Bild: © fotolia.de

Ein Forscher-Team um den Wissenschaftler Sheng Bi, der John Hopkins Universität in Baltimore, konnten bei Ratten das Wachstum von braunen Fettzellen anregen. Diese braunen Fettzellen verhindern die Speicherung neuen Fettes und kurbeln die Verbrennung des Vorhandenen deutlich an.

Die Studie im Überblick

Die US-Forscher führten ein Experiment durch, bei dem ein Hungerhormon im Gehirn von Ratten blockiert wurde. Bei dem Hormon handelte es sich um das appetitanregende Neuropeptid Y, kurz NPY. Aus vorhergehenden Tierversuchen war bereits bekannt, dass ein Überschuss dieses Hormons für Fettleibigkeit verantwortlich gemacht werden kann. An diesem Ursprungspunkt sollte die Studie nun ansetzen und hat entsprechend auch beachtliche Wirkung gezeigt.

Den Ratten wurde ein gentechnisch verändertes Virus gespritzt, welches das Hormon NPY abschalten sollte. Die Versuchstiere nahmen im Anschluss weniger Nahrung zu sich, bewegten sich mehr und bereits nach 5 Wochen war ein enormer Gewichtsverlust festzustellen.

Im Anschluss an das Experiment erhielten sowohl die behandelten Tiere als auch eine unbehandelte Kontroll-Gruppe fettreiche Nahrung. Die unbehandelten Tiere wurden innerhalb von 6 Wochen fettleibig, die behandelten Tiere nicht.

Soweit entsprachen die Ergebnisse auch den Erwartungen der Forscher. Bei der anschließenden, genaueren Untersuchung der Tiere konnten besonders in der Leistengegend vermehrt braune Fettzellen gefunden werden, welche die weißen ersetzt hatten. Daraus erschloss sich Sheng Bi eine eventuelle Behandlungsmöglichkeit gegen die Fettleibigkeit, sofern es beim Menschen ebenfalls möglich sein wird die braunen Fettzellen zu aktivieren. Durch den Prozess jedenfalls, entstünde eine Art Umwandlung des „schlechten“, weißen Fettes in „gutes“, braunes.

Was ist braunes Fett?

Braunes Fett ist ein Überbleibsel aus dem Säuglingsalter und beim erwachsenen Menschen wenig bis gar nicht mehr vorhanden. Ursprünglich verbrennen die braunen Fettzellen die weißen und erzeugen dadurch Wärme. Für Babys ist dies besonders wichtig, da sie durch die geringe Größe mehr Wärme abgeben und durch die Arbeit des braunen Fettes vor einer Unterkühlung geschützt werden. Die Studie des Forscherteams gibt nun Hoffnung, dass die Überreste des braunen Fettes wieder aktiviert werden können und dadurch eine effektive Strategie im Kampf gegen ungesundes Übergewicht entstünde. Da es sich bei dieser Form der Fettverbrennung um einen natürlichen Vorgang handelt, besteht die Aussicht auf ein schonendes Verfahren zum Abnehmen. Radikal-Diäten, Magenverkleinerungen oder auch die Behandlung mit aktuellen Medikamenten gegen Fettleibigkeit sind zwar oftmals durchaus als erfolgreich zu bezeichnen, können den Körper aber auch in unterschiedlich hohem Maße schädigen. Die Fettverbrennung der braunen Fettzellen hingegen wäre ein körpereigener Vorgang, der das Abnehmen selbst reguliert und zwar auf lange Sicht, ganz ohne Diäten und ohne zu hungern.

Wird es in der Zukunft nur noch schlanke Menschen geben?

Bislang sind die Übertragungen des Experimentes auf den menschlichen Körper reine Spekulation. Sind im menschlichen Organismus allerdings generell Reste des braunen Fettgewebes enthalten, könnten die Forschungen für die Zukunft effektive Mittel zum Abnehmen hervorbringen. Medikamente könnten die braunen Fettzellen reaktivieren und zum Wachstum anregen. Die Konsequenz wäre die zuverlässige Verbrennung angelagerter Fettzellen, das Gewicht würde sich von selbst reduzieren und Übergewicht in gesundheitsschädlichem Ausmaß könnte dann schon bald der Vergangenheit angehören.

Als Nebeneffekt zeigte das Experiment zudem Auswirkungen auf die Bewegungsaktivität und den Blutzuckerspiegel der Ratten. Für konkrete Aussagen sind die Forschungen noch zu jung, allerdings zeichnet sich durch dieses Ergebnis ab, dass möglicherweise auch neue Medikamente gegen Diabetes erschlossen werden könnten. Ein direkter Zusammenhang zu den braunen Fettzellen konnte in dieser Hinsicht jedoch noch nicht hergestellt werden.

Weiterführende Links zum Thema:

Turning ‘Bad’ Fat Into ‘Good’: A Future Treatment For Obesity?
http://www.hopkinsmedicine.org/news/media/releases/turning_bad_fat_into_good_a_future_treatment_for_obesity

Knockdown of NPY Expression in the Dorsomedial Hypothalamus Promotes Development of Brown Adipocytes and Prevents Diet-Induced Obesity
http://www.cell.com/cell-metabolism/abstract/S1550-4131%2811%2900145-8

How To Burn Calories Instead Of Storing Them: Turn Bad Fat Into Good Fat?
http://www.medicalnewstoday.com/articles/224183.php

© Pixel Trader Ltd. 2013 Alle Rechte vorbehalten

Über Redaktion

Beiträge und Artikel die mit der Bezeichnung "Redaktion" gekennzeichnet sind, werden in aller Regel durch die Mitglieder der Redaktion veröffentlicht. Das sind unter anderem: Mikela Steinberger, Michael Wolfskeil, Stephan Lenz, Angelika Lensen, Frank M. Wagner und Manuela Käselau. Auch Artikel von Autoren deren Name nicht genannt werden soll, werden unter diesem Label publiziert. Darunter sind einige erfolgreiche Buchautoren.