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Populäre Irrtümer: Einschlafhilfen – Rotwein, Matratzen & Co.

Schlaf vor Mitternacht ist nicht gesünderViele Menschen, die nachts unfreiwillig kein Auge zu bringen, haben keinen sehnlicheren Wunsch als einen ungestörten und erholsamen Schlaf. Um diesem Ziel näher zu kommen, greift man gerne auf vermeintlich gute, weil allgemein bekannte Ratschläge zurück. Doch Rotwein, harte Matratzen und frühes Zubettgehen machen meist alles nur noch schlimmer.

Nicht hart, nicht weich – so schläft man gleich

Es wird gerne behauptet, dass man umso besser schläft, je härter man sich bettet. Das mag für Klingonen zutreffen, aber der menschlichen Wirbelsäule tun harte Matratzen ganz und gar nicht gut. Denn wenn die Matratze in ihrer Härte zur Unnachgiebigkeit neigt, kommt es durch die fehlende Anpassung an die Wirbelsäule zu Hohllagen im Lendenwirbelbereich. In ihrem Bestreben, diese Lage auszugleichen, spannen sich die Rückenmuskeln in unphysiologischer Härte an und verkrampfen. Die Folge sind ziehende Rückenschmerzen, die jede gesunde Müdigkeit nachhaltig vertreiben. Doch auch eine zu weiche Bettstatt ist nicht empfehlenswert, da die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur hier keinen rechten Halt finden, was ebenfalls zu schmerzhaften Verspannungszuständen führt. Wie so oft ist auch hier der Mittelweg der Gesündeste: Matratzen mittleren Härtegrades, die dem Rücken so viel Entlastung wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig bieten.

Im Rotwein liegt nur trügerische Ruhe

Der viel zitierte Schlummertrunk in Form eines Gläschens Rotwein verfehlt anfangs seine Wirkung tatsächlich nicht. Denn Alkohol erleichtert es dem Gehirn nachweislich, vom Wachrhythmus (Beta-Wellen im EEG) auf Schlafrhythmus (Alpha-Wellen) umzuschalten. Als Einschlafhilfe kann der „kleine Rote“ also durchaus überzeugen. Dennoch ist dies ein tückisches Danaergeschenk. Denn sobald der Blutalkoholspiegel während des Schlafes Rotwein vor dem Schlafengehen bringt nichtsim Rahmen des natürlichen Abbaus einen bestimmten Pegel unterschreitet, wird im Gehirn ein kräftiger Weckimpuls erzeugt. Dann wacht man mitten in der Nacht auf, gerne auch mehrmals, und fühlt sich am nächsten Morgen meist wie gerädert. Mit Rotwein sollte man sich also nicht in den Schlaf trinken. Viel besser ist da eine warme Milch mit einer Prise Muskat. Die Milchproteine stimulieren sanft das Schlafzentrum, die Wärme entspannt, und der Muskat schenkt süße Träume. Auf keinen Fall aber warme Milch mit Honig nehmen, da der Honig die Schlaf fördernden Substanzen in der Milch neutralisiert.

Nicht nach der Uhr schauen

Wer hat nur das Gerücht in die Welt gesetzt, dass der Schlaf vor Mitternacht der beste Schlaf sei? Wahrscheinlich findige Chefs, die ihre Mitarbeiter früh zu Bett und früh wieder am Schreibtisch haben wollten. Denn in Wahrheit ist es völlig nebensächlich, zu welcher Uhrzeit man die Reise ins Land der Träume antritt. Wichtig ist lediglich, dass die ersten beiden Stunden nach dem Einschlafen, wann auch immer das sei, ungestört bleiben, denn in dieser ersten Schlafperiode verläuft die Erholung und Regeneration am intensivsten. Darum sollte man auch wirklich nur dann ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist.

In diesem Sinne: Gute Nacht!

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