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Jahresbilanz der Todesursachen:

Woran sterben die Deutschen?

Alljährlich gibt das statistische Bundesamt in Wiesbaden eine Rangliste heraus, die zur Freude keinen Anlass gibt: Woran starben im Jahr zuvor die Deutschen?

Rettungssanitäter laden eine kranke Person in ihren Rettungswagen.

Todesursachen: Herz-Kreislauf und Schlaganfälle  auf Platz 1 – oftmals kommt jede Hilfe zu spät. Bild: © fotolia.de

Welches sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland? Mag sich auch jeder wünschen, nach einem erfüllten Leben ohne Leiden der sogenannten Altersschwäche zu erliegen, am liebsten sogar sanft zu entschlafen, sieht die Realität jedoch leider ganz anders aus!

Schwachstelle Herz

Die Zahlen, die das Bundesamt zum Jahreswechsel 2012/2013 veröffentlichte und die einen Rückblick auf 2011 darstellen, bestätigen den Spitzenreiter der vergangenen Jahre: Noch immer führen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Liste der Todesursachen an.

Rund 40 Prozent der Menschen starben 2011 an den Folgen eines Schlaganfalls, an Kreislaufversagen, einem Herzinfarktes oder Arteriosklerose. Was im Volksmund der Altersschwäche zuzuschreiben ist, also der Tod aufgrund von „Verschleiß“, findet sich zum größten Teil in dieser Kategorie wieder.

Doch mehr als der Hälfte der Verstorbenen erlag einem anderen Leiden oder einem Unfall.

Was heißt schon „natürlich“?

Unaufhörlich im Anstieg begriffen ist seit Jahren Krebs als Todesursache. 26 Prozent der Todesfälle waren es im Jahr 2011, die den heimtückischen Zellwucherungen zum Opfer fielen. Atemwegstumore und Krebs an den Verdauungsorganen waren bei Männern die häufigsten tödlichen Krebsarten, bei Frauen führten der Brustkrebs als vierthäufigste Todesursache und ebenfalls bösartige Tumore an den Verdauungsorganen am häufigsten zum Tod.

Unter den weiten Begriff der „nicht natürliche Todesursachen“, die immerhin rund 3,9 Prozent betrugen, werden Suizid (31 Prozent der nicht natürlichen Tode!), Stürze, Vergiftungen oder andere äußere Umstände gezählt.

Tödliche Stürze nehmen zu

9722 Menschen starben 2011 nach einem Sturz. Diese Todesursache hat innerhalb eines Jahrzehnts um knapp 36 % zugenommen. Frauen waren 2011 mit rund 54,3 % von der Todesursache Sturz etwas häufiger betroffen als Männer.

Der kleine Unterschied der Geschlechter zeigt sich auch beim Tod

Dass in Bezug auf Todesursachen von einer Gleichstellung der Geschlechter nicht zu reden ist, belegen die Auswertungen des Statistischen Bundesamtes ebenfalls: Männer sterben häufiger an Herzinfarkten als Frauen, um 12 Prozent höher ist bei ihnen die Quote.

Auch bei den sogenannten „Transportmittelunfällen“ gibt es eine große Differenz: Lagen sie zwar insgesamt nur bei 0,5 Prozent der Todesursachen, so entfielen 73 Prozent davon auf die Männer. Auffällig ist auch die Verteilung in Hinsicht auf die Rate der Selbstmorde, denn drei von vier Suizidopfern waren männlich.

Wer übrigens an der Gesamtzahl der Verstorbenen des Jahres 2011 in Deutschland interessiert ist: 852.328 Todesopfer gab es insgesamt, darunter 407.628 Männer und 444.700 Frauen. Das war ein leichter Rückgang – im Vergleich zu 2010 um 0,7 Prozent.

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