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Die Rosenkreuzer – Wahrheit oder Legende?

Rosenkreuzer ein alter Geheimbund Ist es überhaupt möglich, Belege für die Existenz eines Geheimordens (Rosenkreuzer) zu finden, der eigentlich gar nicht gefunden werden sollte? Der Überlieferung zufolge zeigte sich der angeblich von einem Christian Rosencreutz im 15. Jahrhundert gegründete Orden nämlich nur jenen, die für eine Mitgliedschaft in Frage kamen, wohingegen es unmöglich sei, aus eigenem Wunsch und Willen die Ordensmitglieder selbst aufzusuchen.

Einmal in den erlauchten Kreis aufgenommen, musste das neue Mitglied fortan Stillschweigen bewahren. Und dies nicht nur über die Mitgliedschaft an sich, sondern auch über sämtliche ordensinternen Belange.

Das bedeutete im Umkehrschluss: Wer mit angeblich internem Wissen über den geheimen Orden hausieren ging, konnte kein Mitglied sein. Da wundert es nicht, dass Belege über das Wirken der Rosenkreuzer Mangelware sind.

Eine Zeit des geistigen Umbruchs

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass das angebliche Auftauchen der Rosenkreuzer in eine Zeit fiel, in der alles Althergebrachte angezweifelt wurde. Den Gelehrten des Mittelalters schritt der von Luther ausgelöste Reformationsprozess nicht rasch genug voran und Philosophen oder Mediziner – so der berühmte Paracelsus – vertraten plötzlich völlig neue Weltanschauungen und Heilmethoden.

Diese allgemeine Umbruchstimmung, durchzogen von Unsicherheit und Unzufriedenheit, war der ideale Nährboden für die Rosenkreuzer. Ihre mystisch angehauchte Weltanschauung griff die vorherrschenden Geistesströmungen auf und bot Raum für alchemistische Lehren oder die Heilmethoden des Paracelsus und bezog zudem neuplatonistische, reformatorische und kabbalistische Theorien mit ein.

Ihr Ziel war es, die Seele in einem alchimistischen Prozess zu läutern und auf dem Weg der Liebe zum edlen Leben des vollkommenen Menschen zu finden.

Die zentralen Figuren der Rosenkreuzer

Das Symbol die Luther-Rose Ungeachtet aller Ungereimtheiten fallen in Verbindung mit dem Orden immer wieder zwei Namen: Johann Valentin Andreae (1586-1654) und Christian Rosencreutz. Der Tübinger protestantische Theologe Andreae ist aus Sicht der Forschung zumindest einmal der Erfinder des Rosenkreuzer-Mythos, was durch die Ähnlichkeit der Rosenkreuzer-Symbolik mit dem Andreaeschen Familienwappen (vier Rosen im Andreaskreuz) bestärkt wird.

Die tatsächlich Existenz von Rosencreutz wird bezweifelt, denn handfeste Beweise, wann, wo oder wie er gelebt hat, sind noch nicht aufgetaucht. Doch zumindest ist er eine literarische Figur, die in der Schrift „Allgemeine und General Reformation, der gantzen weiten Welt. Beneben der Fama Fraternitatis, deß Löblichen Ordens des Rosencreutzes, an alle Gelehrte und Häupter Europae geschrieben“ (anonym, 1614) als Ordensgründer bezeichnet wird.

Rosencreutz wird darin als außergewöhnlich begabter Heilkundiger beschrieben, der sich auf seinen Reisen esoterische Lehren verschiedener Glaubensrichtungen angeeignet haben soll. Die Bibliothek des Ordens beherbergt angeblich relevante Aufzeichnungen von Rosencreutz.

Rosenkreuzer: alter Geheimbund in neuem Gewand

Ungeachtet der Tatsache, dass die Geschichte des Ordens sehr mystisch klingt, gingen die Rosenkreuzer und ihre Lehren um die Welt. Auch in Deutschland, den Niederlanden oder den USA gibt es Organisationen, die sich auf die Rosenkreuzer berufen.

Die „neuen“ Rosenkreuzer schotten sich allerdings kaum noch von der Öffentlichkeit ab und fast erscheint es paradox, überhaupt noch von einem Geheimbund zu sprechen. Einzelne Ordensgruppen stellen sich im Internet vor und die Termine verschiedener Vorträge und Veranstaltungen sind online für jedermann einsehbar. Zur Kontaktaufnahme wird ausdrücklich ermuntert.

Auch das moderne Aufnahmeprozedere stellt kaum mehr ein Hindernis für angehende Rosenkreuzer dar: Bei der Entrichtung eines monatlichen Obolus steht einer Mitgliedschaft nichts mehr im Wege.

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  • Cerberus

    Christian rosenkreutz ist eine allegorische Figur, an der man die Entwickung des Menschen sehen kann. Die einzelnen Stationen seiner Reise stehen für Zustände. Ägypten z.B. symbolisiert den Materialismus. Die Rosenkreuzer schlossen alle 108 Jahre ihre Pforten für 108 Jahre. So verhinderten sie, dass sie von negativen Kräften unterlaufen wurden. In der jetzigen Zeit haben die Rosenkreuzer aber wegen des bevorstehenden Wandels erklärt, dass sie ihre Pforten nicht mehr schließen werden und ihr geheimgehaltenes Wissen veröffentlichen werden. Die Rosenkreuzer passen sich stets ihrer Zeit und Umgebung an. In der heutigen Zeit kann man einen Orden nicht ohne Geld aufrecht halten, also erhebt man Mitgliedsbeiträge.

  • Jensen

    manche rosenkreuzer gruppierungen arbeiten in verschiedenen kreisen: sie haben einen äußeren kreis, der für de öffentlichkeit geöffnet ist. der innere kreis ist initiatorisch und da sind die aufnahmekritieren streng. gute informationen finden sich im buch: magie-das vermächtnis der rosenkreuzer, von elias rubenstein.