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3D-Kunst:

Illusionsmalerei – Nichts ist wie es scheint

Als Trompe-l’œil oder Quodlibet kennt man Illusionsmalerei aus der Kunstgeschichte – und heute erlebt die Illusionsmalerei eine Renaissance: Pflastermaler und Wohnungsdekorateure verblüffen mit der Kunst, das Auge zu täuschen.

Vater und Sohn versuchen einen Tür zu schließen, vor der ein T-Rex steht

3D-Kunstmalerei: Perfekte Illusion – ein T-Rex möchte ins Haus. Bild: © picture alliance / dpa

Eine traumhafte Berglandschaft, die sich beim Blick aus einem Fenster bietet, ein tiefer Raum mit Säulen und Treppengängen oder ein Gewölbe, das eine gekonnte Architektur aus Simsen und Bögen verspricht: Manchmal offenbart uns ein zweiter, genauerer Blick, dass wir einer gekonnten Illusion aufgesessen sind.

Kunstvoll werden wir getäuscht und sehen dort etwas Plastisches, wo eigentlich nur glatte Wände und Farbe vorhanden sind.

Illusionsmalerei, Scheinmalerei oder anamorphotische Malerei – egal, wie wir diese Kunstform nennen, sie fasziniert uns und zieht uns in ihren Bann.

Der schöne Schein hat historische Wurzeln

Schön früh erkannten Maler wie Dürer, Da Vinci oder Holbein, dass sie die verzerrte Darstellung von Perspektiven dazu nutzen konnten, dem Auge des Betrachters Räumlichkeiten und optische Täuschungen vorspiegeln konnten.

Die Halluzinationen entstehen unter bestimmten Blickwinkeln und lösen sich auf, wenn der Standpunkt verändert wird. Ob räumliche Heiligenbilder, Festgelage oder erotische Darstellungen: 3D-Bilder entstanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert in großer Zahl.

Illusionsmalerei hat auch ganz praktischen Nutzen

Bestes Beispiel in unserer modernen Alltagswelt sind auf die Fahrbahn aufgemalte Zeichen, Piktogramme oder Schriftzüge, die den herankommenden Autofahrer warnen und informieren, deren tatsächliches Abbild auf der Straße allerdings stark verzerrt angefertigt wurde.

Kenntnisse der Geometrie und mathematische Berechnungen sind die Grundlage, um derartige räumliche Täuschungen zu erschaffen, die unser Auge an der Nase herumführt.

Atmosphäre und Wohnqualität schaffen

Doch professionelle Maler machen sich die Illusionskunst auch heutzutage noch zunutze und verleihen damit Wänden einzigartige Wirkungen und Atmosphäre. Innen wie außen entstehen so Malereien in verschiedenen Stilrichtungen, die nicht nur private und geschäftliche Räume verschönern können, sondern Bauplaner und Architekten auch beim Steigern der Wohnqualität unterstützen können.

Große Wohnanlage wirken lebendiger und abwechslungsreicher durch vermeintliche Schattenwürfe und Anbauten, die real gar nicht existieren. Kosmetikstudios und Wellnesseinrichtungen werden mit Wohlfühlatmosphäre gefüllt, wenn scheinbar Säulengänge oder Wasseroasen im Hintergrund locken. Kleine Gastronomie- oder Fitnessräume scheinen Platz und  Weite zu bieten, über die sie in Wirklichkeit nicht verfügen.

Akademien für die scheinbare 3D-Kunst

Nicht jeder muss das Rad für sich neu erfinden und ein Mathematikstudium ist nicht die Voraussetzung, um als Künstler räumlich kreativ zu werden. Ateliers und Akademien haben die Chance erkannt, die in der Illusionsmalerei liegt und bieten Malern und Gestaltern Seminare und Kurse an, um Farbgestaltungen und Wandmalereien kennenzulernen und atmosphärisch gewinnbringend einsetzen zu können.

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