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Schönheitschirurgie:

Eine neue Nase, bitte – Unters Messer für die Schönheit?

Vor über einhundert Jahren war sie höchstens ein Wunschtraum der Menschen, seit gut einem halben Jahrhundert steht sie an der Tagesordnung vieler Stars und Sternchen und seit einigen Jahren ist sie zum durchaus bezahlbaren Thema der breiten Masse geworden: Die Schönheitsoperation.

Schönheitschirurgie - Unters Messer für die SchönheitDoch wann ist so eine Operation wirklich notwendig? Und warum gehen so viele Menschen gefährliche Risiken ein, nur um scheinbar besser auszusehen?  Denn unterm Strich liegt die Schönheit doch immer im Auge des Betrachters, oder etwa nicht?

Die Diktatur des Geschmacks

Schönheitsideale hängen in erster Linie nicht vom persönlichen Empfinden ab, sondern von der Kultur. Entsprechend werden diese in der modernen, westlichen Welt auch vorwiegend von der Unterhaltungsindustrie geprägt, vor allem durch Hollywood, Fernsehen und Zeitschriften. Während sich die Schönheitsideale selbst mit der Zeit stetig ändern, bleibt die grundlegende Art und Weise, wie sich das allgemeine Schönheitsempfinden in den Köpfen der Menschen manifestiert, die gleiche, nämlich über das Aussehen einflussreicher Persönlichkeiten. Wo früher noch der Hochadel für die optischen Gepflogenheiten verantwortlich zeichnete, sind es heute eben Schauspieler und Sänger, die den ästhetischen Ton vorgeben und wo in den 1950er Jahren durch Marilyn Monroe oder Brigitte Bardot weibliche Kurven und Rundungen unterschwellig als Erstrebenswert propagiert wurden, geht der Trend aktuell zum eher sportlichen Typ. Doch obwohl selbst Experten über dem Phänomen Schönheitsideal brüten, Ursachen- und Wirkungsforschung betreiben und auch hin und wieder Erklärungen präsentieren, werden sie insgesamt nicht so richtig Schlau aus dem oftmals radikalen Wandel eines Schönheitsideals. Doch die Bevölkerung interessiert das nicht so wirklich, sind doch die Schönheitsoperationen zum gängigen und auch bezahlbaren Modell geworden, dem eigenen Traum vom Ideal der Schönheit ein Stückchen näher zu kommen.

Die ideale Figur

Botox für aufgesprizte LippenSchlank, durchtrainiert und mit Waschbrettbauch lautet das Ideal für Männer und die Damen von Welt sollten nach wie vor mit einer sportlichen 90-60-90-Figur umherstolzieren. Für einzelne Personen mögen durchaus andere Ideale gelten, die teilweise extrem von der Norm abweichen können, doch ist ein einfacher Blick in ein aktuelles Magazin oder in den neuesten Kinofilm aus Hollywood unverkennbares Indiz für den allgemein vorherrschenden Geschmack in Sachen Optik und Mode. Das Gewicht spielt dabei eine der größten Rollen und ist im Grunde auch ohne Operation zu bewerkstelligen, sollte man meinen. Dennoch stehen Fettabsaugungen an der Tagesordnung jedes Schönheitschirurgen. Sicherlich verschwindet dabei das eine oder andere Gramm Fett aus echten Problemzonen durch den Sauger des Arztes, aber ein großer Teil besteht auch aus jahrelang aufgebauten Fettzellen, die aus den unterschiedlichsten Gründen dann doch so schnell wie möglich wieder verschwinden sollen. Die Gefahren bei solch einem scheinbar harmlosen Eingriff werden dabei aber häufig übersehen beziehungsweise einfach ausgeblendet. Denn zum einen ersetzt das Absaugen von Fett keine gesunde, ausgewogene Ernährung, sodass die Risiken des Übergewichtes auch nach der Operation bestehen bleiben und zum anderen ist die Fettreduzierung nur gering und meist nicht von langer Dauer. Alleine in Deutschland lassen sich jährlich rund 250.000 Menschen Fett absaugen, wobei etwa fünf Eingriffe für den Patienten tödlich enden. Das scheint nicht viel zu sein, doch sind dies fünf sinnlose Tode. Mit einer gesunden Ernährung und viel Sport wird man die Pfunde auch los – zwar langsamer, aber dafür gesund.

Das ideale Aussehen

Schönheitsideale - das perfekte GesichtVor einigen Jahren sollte die Schönheit mathematisch beschrieben werden und das Ergebnis war, dass unter anderen das deutsche Top-Model Claudia Schiffer ein nahezu perfektes Gesicht besäße. Zu Grunde lag ein Schema, das an den goldenen Schnitt erinnerte und Proportionen, sowie Symmetrie des Gesichtes berücksichtigte. Ein Aussehen nach Zahlen also? Will man wirklich ein Gesicht haben, das einer Gleichung entspricht? Doch neben der „mathematischen Schönheit“ gelten auch eine straffe Haut und volle Lippen als „schön“. Hinzu kommen noch eine passende Nase, die zum Rest des Gesichtes passt und letztlich muss auch der Abstand zwischen den Augen stimmen. Einzelne Faktoren erfüllen viele Menschen, alles zusammen nur die Wenigsten. Was liegt also näher, als das Gesicht den aktuellen Idealen anzupassen und sich umgehend unters Messer zu begeben?

Das ideale Wohlbefinden

Die plastische Chirurgie existiert aber keineswegs nur, um die Launen verschiedener Schönheitsideale zu befriedigen, sondern vorwiegend aus medizinischer Notwendigkeit. Mit an den ersten Stellen in der Häufigkeit stehen hier plastische Operationen aufgrund von Krankheiten, wie zum Beispiel ein Brustimplantat nach Krebserkrankungen, das Richten von Körperteilen nach schweren Unfällen oder auch Hauttransplantationen und Straffungen nach Verbrennungen. Auch Rückenschmerzen können ein Grund für eine Brustverkleinerung oder psychische Probleme Anlass für eine Vergrößerung der Brüste sein. Beispiele, die eine medizinische Schönheitsoperation erforderlich machen gibt es jedenfalls viele und diese werden in der Regel auch von der Krankenkasse bezahlt. Rein ästhetische Operationen werden hingegen nicht übernommen und können sehr schnell sehr teuer werden.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Versauen Sie sich den Körper nicht. Letzten Endes geht es natürlich niemanden etwas an, wer sich wo und wie einer Schönheitsoperation unterzieht, doch sollte im Interesse der eigenen Gesundheit wirklich immer genauestens abgewogen werden, ob eine Operation wirklich notwendig ist oder nicht. Auf gar keinen Fall aber sollten irgendwelche Trends, vermeintliche Moden oder eben ominöse Schönheitsideale Anlass für eine Operation geben. Und wenn man meint, dass verantwortungsvolle Ärzte Schönheitsoperationen ohnehin nur dann durchführen, wenn sie auch sinnvoll sind, der irrt gewaltig. Noch immer gibt es keine gesetzliche Grundlage, welche die Seriosität von Schönheitschirurgen gewährleisten kann, was im Klartext heißt, dass sich wirklich jeder Arzt als Schönheitschirurg bezeichnen darf, ganz gleich welche Spezialisierung er ursprünglich auch hatte. Welche Konsequenzen das haben kann, sieht man immer wieder an völlig verkorksten Operationen, die von wirklich spezialisierten Chirurgen dann mit mehreren Eingriffen wieder korrigiert werden müssen. Größte Vorsicht sollte übrigens bei ausländischen Schönheitschirurgen walten, wo die Operationen zwar deutlich billiger angeboten werden, das Wörtchen „billig“ aber nicht nur für den Preis, sondern auch für die Qualität gilt.

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