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Geschäftsidee:

Der teuerste Tee der Welt kommt aus China

Teurer Tee dank Pandakot – bei manchen Ankündigungen neuer Produkte und Geschäftsideen fragt man sich: Warum gibt es das eigentlich nicht schon längst?

Pandabär frisst Bambus - der Kot wird als Dünger auf Teeplantagen eingesetztIn die zweite Kategorie fällt wohl auch die Geschäftsidee des Chinesen An Yanshi, der die Welt mit einem neuen Tee beglücken möchte. Besonders gesund und aromatisch soll er sein. Zur Erzeugung dieses Tees setzt er auf ein Düngemittel, das bisher noch nicht verwendet wurde: auf Pandaexkremente.

Pandakot statt Ziegenmist sorgt für das besondere Aroma

Nun ist es ja nicht unbedingt eine bahnbrechend neue Erkenntnis, dass man mit organischem Dünger vielfältige Mineralien auf Felder ausbringen kann. Nichts anderes tut die Menschheit seit Jahrhunderten, indem sie Pferdedung oder Kuhmist zum Anreichern des Bodens verwendet.

Bei der verschwindend geringen Anzahl domestizierter Pandas ist es nicht verwunderlich, dass ihr Dung zu diesem Verwendungszweck noch nicht herangezogen wurde. Mit der Unterstützung eines Reservates für Pandas, das sich in Chengdu befindet, ist es An Yanshi nun gelungen, einen regelmäßigen Lieferanten für Pandakot zu finden und die Hinterlassenschaften der plüschigen Bambusfresser als Dünger auf seinen beiden Teeplantagen einzusetzen.

Das kann doch nur gesund sein, oder?

Chinesische Zahlensymbolik: Die 9
Historisch gesehen wurde die Zahl 9 mit dem chinesischen Drachen assoziiert, dem Glückssymbol von Macht und Magie. Der Drache wiederum symbolisiert auch den chinesischen Kaiser, dessen Robe oft mit 9 Drachen verziert war. Zudem klingt das Wort für 9 genauso wie das Wort für „immerwährend“, was in China ebenfalls als glücksverheißend betrachtet wird. Neben der 9 sind natürlich auch die Vielfachen von 9 glücksverheißend sowie Zahlen, deren Quersumme 9 ergibt.Quellen: Donald A. MacKenzie: Myths of China and Japan (1924); Georges Ifra: From One to Zero: A Universal History of Numbers (1987).

Die Überlegung des Geschäftsmannes beruht darauf, dass der Bambus vom Panda zu rund 70 Prozent unverdaut ausgeschieden wird, der Kot also noch viele organische Stoffe enthält, die im Magen und Darm des Pandas bereits „vorbehandelt“ wurden.

Deshalb, so Yanshi, kann der Bambus viel von seinen Kräften an die wachsenden Teepflanzen weitergeben. Und der Grüntee ist ja sowieso bekannt für seine vielen gesunden Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, so dass er manchmal bei Krebstherapien unterstützend zur Bekämpfung von freien Radikalen eingesetzt wird.

Was gut ist, kann durch Pandaexkremente doch nur besser werden, meint Yanshi, und das werde sich sowohl beim Wachstum als auch bei Gesundheitswirkung und Geschmack bemerkbar machen.

Ein ausgefallener Preis für eine ausgefallene Idee

Ein seltener und gesunder Tee rechtfertigt nach Ansicht des einfallsreichen Unternehmers durchaus einen „etwas“ höheren Preis und so kündigt er an, die Anfang 2012 anstehende erste Ernte für rund 25.000 Euro je Pfund anzubieten.

Die Summe ist mit viel Bedacht gewählt und nimmt Rücksicht auf die für Chinesen sehr wichtige Symbolik. In der Währung des Landes gerechnet sind das nämlich 219.000 Yuang: 21 für das aktuelle Jahrhundert und 9 (siehe Infobox) ganz traditionell für langes Leben. Das bisher allerdings noch niemand ausprobieren konnte, wie der Tee überhaupt schmecken wird, erscheint An Yanshi dabei eher nebensächlich…

Zumindest aber gibt es jetzt eine luxuriöse Alternative zum Zibetkatzen-Kaffee Kopi-Luwak für Teeliebhaber.

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