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Weihnachtsgebäck mit Tradition:

Die Geschichte der Lebkuchen

Der Lebkuchen ist ein Weihnachtsgebäck mit langer Tradition. Auch Ägypter und Römer aßen Honigkuchen. Ein Rückblick in die Geschichte des Pfefferkuchen.

Der Lebkuchen ist ein Weihnachtsgebäck mit Tradition.

Exotische Gewürze: Das besondere am Lebkuchen ist sein Aroma und Geschmack. Bild: © fotolia.de

Ob das Lebkuchenherz vom Weihnachtsmarkt oder die weichen Elisenkuchen im heimischen, gemütlichen Wohnzimmer: Schon der würzige Geruch des Lebkuchens weiß viele Menschen zu begeistern und der Geschmack tut dann natürlich sein Übriges. Beißt man in einen weichen, lockeren Lebkuchen füllt sich der Mund mit dem einzigartigen Gemisch aus verschiedenen Gewürzen. Doch wem haben wir den Genuss eigentlich zu verdanken und warum heißt der Lebkuchen überhaupt „Lebkuchen“?

Warum eigentlich „Lebkuchen“?

Auch wenn manche das spezielle Weihnachtsgebäck vielleicht für ihr Leben gerne essen oder ohne den Kuchen schon gar nicht mehr leben können, hat er nicht wirklich etwas mit dem „Leben“ an sich zu tun. Vielmehr geht der Name auf das lateinische „libum“ zurück, das übersetzt so viel heißt, wie Opferkuchen oder Fladen. Die Wissenschaft ist sich in diesem Punkt aber nicht ganz einig, sodass manche auch die Abstammung des Begriffes von dem Laib, zum Beispiel aus dem „Brotlaib“ für wahrscheinlich halten. Die Herkunft der alternativen Bezeichnung „Pfefferkuchen“, die vorwiegend im Osten Deutschlands in Gebrauch ist, hat da schon eindeutigere Wurzeln. Im Mittelalter wurden sämtliche Gewürze pauschal als Pfeffer bezeichnet und da der Lebkuchen ja bekanntlich voller leckerer Gewürze steckt, erhielt er kurzerhand den naheliegenden Namen „Pfefferkuchen“.

Die Entstehung des Lebkuchens

Vorläufer des klassischen Lebkuchens waren schon der Menschen in der Antike bekannt und wussten die Genießer zu verzaubern. So gibt es erste schriftliche Hinweise auf das Jahr 350 vor Christus, in dem die Ägypter bereits Honigkuchen verzehrten und ihren Verstorbenen mit ins Grab legten. Und auch die Römer pflegten ihre Kuchen vor dem Backen mit Honig zu bestreichen, um den Kuchen das gewisse Etwas zu verleihen. Solche Kuchen wurden zur damaligen Zeit allerdings nicht nur zu Weihnachten gegessen, sondern ganzjährig und wurden besonders auch zur Osterzeit als Fastennahrung zu starkem Bier serviert.

Erst um das 12. Jahrhundert herum nahm der Lebkuchen dann die Form an, in der er noch heute bekannt ist. Er wurde ursprünglich in der belgischen Gemeinde Dinant erfunden und fand schnell seinen Weg nach Aachen und in die fränkischen Klöster, wo er aufgrund seines guten Geschmackes und seiner vergleichsweise sehr langen Haltbarkeit zu großer Beliebtheit bei den Mönchen gelangte. Diese verteilten das süße und energiespendende Gebäck in Notzeiten auch gerne an die hungernde Bevölkerung. In besseren Zeiten backten die Nonnen den Lebkuchen aber einfach als willkommenen Nachtisch. Der Lebkuchen war zu Beginn seiner kulinarischen Laufbahn also eher auf die Klöster beschränkt, woher im Übrigen auch die Variante mit den Oblaten stammt. Denn neben der Hostienherstellung hat man kurzerhand auch den Lebkuchenteig auf den feinen Teigplättchen platziert und gebacken.

Der Lebkuchen gewann immer mehr an Beliebtheit und verbreitete sich zunächst vorwiegend an großen Handelsknotenpunkten wie Nürnberg, Augsburg, Ulm oder auch Köln, weil die benötigten, exotischen Gewürze an solchen Orten mehr oder minder problemlos zu bekommen waren. Über die Jahre wandelte sich der Pfefferkuchen dann in verschiedene Variationen, von denen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Entdeckung des Backpulvers noch viele weitere folgen sollten. Und wie wir alle wissen, hat sich die Vielfalt der Lebkuchensorten bis heute erhalten und spiegelt sich in den reichhaltigen Sortimenten der Supermärkte zur Advents- und Weihnachtszeit wider.

Die klassischen Zutaten

Zwischen all der Vielfalt angefangen bei den Aachener Printen über den Elisenkuchen bis hin zu mit Marmelade gefüllten Lebkuchenherzen ist der Verzehr des ganz klassischen Lebkuchens nach wie vor ungebrochen. Für den Klassiker wird in Deutschland als Grundstoff überwiegend Weizenmehl verwendet und zum Süßen natürlich ausschließlich feinster Honig. Den typischen Geschmack erhält der Lebkuchen dann durch exotische Gewürze, wie zum Beispiel Anis, Zimt und Nelken, häufig auch durch Kardamom, Ingwer oder Koriander. Verfeinert wird das Gebäck dann noch mit gemahlenen Nüssen, Orangeat oder Zitronat und im Anschluss mit einem Zucker- oder Schokoladenguss überzogen. Das war es im Grunde schon, was den Lebkuchen ausmacht. Hefe sucht man als Backtriebmittel übrigens vergebens. Stattdessen verwendet man in der Regel Hirschhornsalz oder einfaches Kaliumkarbonat, das unter Konditoren wohl besser als „Pottasche“ bekannt sein dürfte.

Lebkuchen selbst gemacht?

Wie man sieht, wird man durch die Zutaten alleine nicht mehr vor ein großes Problem gestellt, aber dennoch ist zu beobachten, dass im Gegensatz zu Plätzchen oder Stollen, der Lebkuchen eher selten selbst gebacken wird. Das mag zum Teil daran liegen, dass der Lebkuchenteig sehr zäh und dadurch auch schwierig zu verarbeiten ist. Früher wurden für die Verarbeitung dann auch schon einmal die Knechte in die Küche beordert, um den Teig mit den Füßen oder mit den Schlegeln ordentlich durchzukneten. Heute können wohl die elektrischen Geräte die Arbeit übernehmen, doch auch wer keine Lust oder Zeit hat das feine Gebäck selbst zu machen, der muss nicht auf den leckeren Lebkuchen verzichten. Denn gegenüber manch anderer Industrieprodukte kann man vom fertigen Lebkuchen durchaus behaupten, dass ein Großteil davon wirklich richtig lecker schmeckt.

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