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Scharf essen:

Geschmacksvorlieben verraten Persönlichkeitsmerkmale

Entweder Sie lieben Chili oder Sie hassen Chili: Ihre Geschmacksvorlieben hängen laut US-Wissenschaftlern von Ihrer Persönlichkeit ab.

Junger Mann soll Chili essen, den ihm seine Frau anbietet.

»Iss jetzt diesen Chili« – Abenteurer sehen anders aus. Bild: © istockphoto.com

Ob ich gerne scharf oder mild gewürzt esse, ist doch Geschmackssache werden Sie jetzt sagen. Bestenfalls spielen kultureller Hintergrund oder genetische Faktoren eine Rolle. Doch amerikanische Wissenschaftler berichten jetzt im Fachmagazin »Food Quality and Preference« über einen Zusammenhang zwischen Geschmacksvorlieben und gewissen Persönlichkeitsmerkmalen.

Abenteurer lieben Schärfe

Menschen, die nach Abwechslung suchen und abenteuerlustig sind, bevorzugen kräftig gewürzte Speisen. Diese Wechselbeziehung zeigte sich auch unabhängig von einer persönlich unterschiedlichen Schmerzempfindlichkeit gegenüber Capsaicin, ein Inhaltstoff, der scharfen Gewürzen wie Chili, Paprika und Peperoni seine Schärfe verleiht und im Mund einen Schmerz- oder Hitzereiz verursacht.

Nadia Byrnes und John Hayes von der Pennsylvania State University stellten fest, dass unterschiedliche Persönlichkeiten unterschiedliche Vorlieben bei gewürztem Essen zeigen.

Sie untersuchten 97 Männer und Frauen zwischen 18 und 45 Jahren, die über ihre normalen Essgewohnheiten berichteten. Im Fokus stand natürlich, wie oft sie scharf gewürzte Speisen aßen. Darüber hinaus probierte und bewertete jeder Teilnehmer eine Capsaicin-Lösung, die von den meisten Personen als scharf oder sehr scharf gekennzeichnet wurde. Durch eine Online-Befragung bekamen die Wissenschaftler zusätzliche Informationen über die Persönlichkeit der Studienteilnehmer. Die Probanden wurden über ihr Bedürfnis nach Abwechslung, Risiko und hemmungslosen Partys, sogenanntem »Sensation Seeking«, befragt sowie zur eigenen Körperwahrnehmung und ihr Verhältnis zu Strafmaßnahmen und Belohnungen.

Empfindlichkeit gegenüber Capsaicin unwichtig

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Bevorzugung von sehr scharfen Gewürzen nicht von der biologischen Unempfindlichkeit gegenüber Capsaicin abhängt. Auch ein Gewöhnungseffekt durch häufiges essen scharfer Speisen war nicht die Ursache. Eindeutig war dagegen zu erkennen, dass die Abenteurer unter den Studienteilnehmern eher zu scharf Gewürztem tendierten als sicherheitsbewusste Personen. Bei anderen untersuchten Charaktereigenschaften war ein Zusammenhang zwischen »Sensation Seeking« und dem Hang zu Chili, Cayenne und Co. nicht so offensichtlich. Dennoch wollen die Forscher weitere Studien veranlassen, um ihre bisherigen Ergebnisse zu bestätigen.

Quelle: Nadia K. Byrnes, John E. Hayes: Personality factors predict spicy food liking and intake. Food Quality and Preference, doi: 10.1016/j.foodqual.2012.09.008

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Über Angelika Lensen

Angelika Lensen ist gelernte Bürokauffrau und hat Betriebswirtschaft an der FH studiert. Seit 2010 arbeitet Angelika Lensen als freie Autorin und Journalistin. Neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin beim Artikelmagazin, publiziert sie auch Beiträge für andere Online- und Printmedien mit Schwerpunkt Gesundheit, Medizin, Ernährung, Wissenschaft, Naturheilkunde.