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Milchfasern

Milch zum Anziehen: Textilien aus Kasein

Kleidung aus MilchfasernMilch ist gesund, enthält viel Eiweiß, wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium und Jod. Milch ist deshalb fester Bestandteil einer gesunden Ernährung. Doch wenn es nach der Designerin Anke Domaske aus Hannover geht, dann ist Milch bald auch ein fester Bestandteil unserer Kleidung.

Genau genommen geht es ihr um das in der Milch enthaltene Kasein (Casein), aus dem sich in einem speziellen Verfahren Fäden herstellen lassen. Was sich zunächst wie ein Aprilscherz anhört, hat die innovative junge Geschäftsfrau bereits in ihrem eigenen Modelabel Mademoiselle Chi Chi (MCC) realisiert und präsentiert angenehm weiche, seidige Kleider aus dem Grundstoff Kasein.

Wenn die Kleidung zur Hautcreme wird

Anke Domaske hat Mikrobiologie studiert kennt sich aus mit den chemischen Prozessen, die sie gemeinsam mit dem Faserinstitut Bremen weiterentwickelte. Ihre Arbeit mündete in dem patentierten Verfahren zur Herstellung der so genannten Qmilch-Fasern, das, wie Anke Domaske stolz betont, ganz ohne Chemie auskommt.

„Wellness zum Anziehen“ nennt sie ihre Mode, die besonders für Allergiker geeignet sei und außerdem antibakteriell wirke. Kasein enthält immerhin 18 Aminosäuren, die der Haut und dem Stoffwechsel gut tun sollen. Ob Kuhmilchallergiker mit Kleidung aus Kuhmilchkasein zurecht kommen, ist allerdings noch zu klären.

Antrieb zur Entwicklung dieser Faser war nicht zuletzt Anke Domaskes familiärer Hintergrund: Modedesign wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt (schon die Urgroßmutter war begnadete Designerin). Dazu kamen die Erfahrungen aus der Krankheitsgeschichte des Stiefvaters, der auf Grund einer Blutkrebsbehandlung in höchstem Maße empfindlich auf Umwelteinflüsse reagierte.

Ressourcenschonendes Herstellungsverfahren

Die Idee, Kasein zur Herstellung von Milchfasern zu verwenden, ist nicht neu, doch mit diesem speziellen Verfahren ist sie nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch zu vertreten.

Das Herstellungsverfahren ist ressourcenschonend und verbraucht pro Kilogramm der Fasern nur zwei Liter Wasser. Außerdem wird das Kasein nicht wertvollen Lebensmitteln entzogen, sondern ausschließlich Abfallprodukten der Käseherstellung und solcher Milch, die nach den Hygienevorschriften nicht der Milchverordnung entspricht und deshalb für die Lebensmittelindustrie unbrauchbar ist.

Nachhaltigkeit ist das Modewort der Zeit

Textilien, die der Haut gut tun, Schwitzen entgegenwirken, antiallergisch und antimikrobiell wirken und trotzdem mit dem Siegel „Nachhaltigkeit“ versehen sind, passen genau in den Öko-Trend, auf den alle großen Modemarken gerade aufspringen. Bio ist in, auch bei Stardesignern.

Ob sich das Unternehmen QMilch GmbH von Anke Domaske im Wettbewerb durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht heißt es ja auch in der breiten Modeindustrie bald: Die Milch macht’s!

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