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Stricken: Alle Jahre wieder wird ein Trend gestrickt

Stricken entspannt den KörperEs ist immer die gleiche Masche: Alljährlich entdecken rührige Trendspione etwas Neues – und derzeit ist das Stricken ihr liebstes Hobby. Stricken ist jetzt Trend. Wieder einmal. Der Uni-Spiegel berichtet in seiner Online-Ausgabe vom 25. Oktober 2010, dass die Handarbeiten im Allgemeinen und das Stricken im Besonderen bei den Studenten hoch im Kurs stehen.

Wer strickt, ist hip – so wird gefolgert – und somit ist das Ganze Trend. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass das Stricken – wenn es denn mal wieder so weit ist – in der nasskalten Jahreszeit zum Trend erhoben wird. Dicke Mützen, überlange Schals, warme Handschuhe und kuschelige Stulpen passen nun mal besser in die kalte Jahreszeit.

Verwirrend erscheint eher die Trend-Chronologie, die sich online verfolgen lässt. Die TAZ entdeckte den Strick-Trend im Jahr 2004, Glamour und der Spiegel berichteten 2005 darüber. Die Süddeutsche ortete „Die neue Wollust“ im Jahr 2006, der Berliner Morgenpost war der „neue“ Strick-Trend 2008 und den Westfälischen Nachrichten 2009 einen Bericht wert. Stellt sich die Frage: War das Stricken jemals unmodern?

Stricken für den Seelenfrieden

Auslöser des Strick-Trends um 2004/2005 waren strickende Prominente, die sich die Drehpausen in Hollywood mit Stricknadeln verkürzten. Wenn sich Sarah Jessica Parker oder Julia Roberts ungeniert mit Wolle und Stricknadeln zeigen, dann muss da etwas dran sein. Immerhin hatte das Strickzubehör bisher nicht gerade den Ruf, besonders cool oder sexy zu sein.

Als sogar Trendsetterin Madonna zu Wolle und Nadeln griff, war das Stricken im Trend-Olymp angekommen. Verwunderlich ist es nicht, dass sich „Großmutters liebster Zeitvertreib“ seit Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut. Die Anthropologin Paige West von der Columbia University schließt daraus, dass die Menschen das Ergebnis ihrer Arbeit wieder in den Händen halten wollen.

Stricken entspannt den KörperZudem ist der gesundheitliche Aspekt des Strickens nicht zu verachten. Das gleichmäßige Klappern mit den Stricknadeln soll ebenso Stress lindernd wirken, wie etwa Yoga. Dies fand Dr. Herbert Benson von der Harvard Medical School heraus.  Nachzulesen ist das Ganze in seinem Buch „The Relaxation Response“ (ISBN: 978-0380006762, auf Englisch erschienen im HarperTorch Verlag).

Was ist dran am Handarbeitsklassiker, der mal wieder in ein schickes Gewand gestrickt wird? Einfach selbst ausprobieren, denn das ist aussagekräftiger als alle Trendprognosen. Inspirationen und mehr liefert Knit-Kit – das Online-Paradies für alle, die sich ans Stricken wagen wollen.

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