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Kanalinseln:

Insel Guernsey – die unbekannte Schöne im Ärmelkanal

Guernsey ist eine Kanalinsel die im Ärmelkanal liegt. Auf Guernsey haben Kelten, Römer und Normannen ihre Spuren hinterlassen. Zeit für einen Besuch.

Der Leuchtturm von St. Peter Port auf der Insel GuernseyWer ist nicht nach all den Strapazen des Alltags wieder einmal reif für die Insel? Die Lust, sich auf einem von Meer umspülten Stück Land zu entspannen, ist groß. Wie wäre es mit einem Urlaub auf einer Insel, die als Geheimtipp gilt? Reizvolle Landschaft, angenehmes Klima, kein Massentourismus und beinahe vor der Haustüre gelegen – die Insel Guernsey im Ärmelkanal.

Interessante Staatsform

Als „Crown Dependency“, ein unmittelbar mit der britischen Krone verbundenes Gebiet mit eigenem Ständeparlament, ist Guernsey weder Teil von Großbritannien noch EU-Mitglied, gehört jedoch dem Commonwealth an. Zu den Kanalinseln zählen außer Guernsey (Fläche 78 km², Einwohner: 65.228 Stand 2005) noch Jersey, Alderney, Sark und Herm. Wirtschaftlich gesehen haben sich die Schwerpunkte von Fischerei sowie dem Anbau von Tomaten und Freesien in Glashäusern in den letzen Jahrzehnten Richtung Tourismus und Finanz verschoben. Wegen der besonderen Steuerverhältnisse gilt Guernsey neben Jersey als beliebter Finanzstandort in Europa.

Kombination Englischer und Französischer Lebensart

Leuchtturm und Wellenbrecher auf GuernseyVictor Hugo, der berühmte französische Dichter, der lange Zeit auf Guernsey lebte, sagte einmal treffend: „Die Kanalinseln sind ein Stück Frankreich, das ins Meer gefallen ist und von England aufgesammelt wurde.“ Dieser Ausspruch bringt wohl am besten auf den Punkt, was den Reiz dieser Insel ausmacht. In seiner bewegten Geschichte war die Insel lange Zeit Teil Frankreichs. Dies findet bis heute in vielen französischen Bezeichnungen für Lokale, Plätze, Straßen und Familiennamen seinen Niederschlag. Die Amtssprache ist Englisch, bis 1948 jedoch war Französisch Amtssprache. In einigen Gemeinden wird noch immer ein normannischer Dialekt gesprochen.

Vielfalt für Feinschmecker

Das Beste an der Mischung englischer und französischer Lebensart ist wohl, dass zwar – für die meisten Touristen verständlich – englisch gesprochen, jedoch französisch gekocht wird. Es gibt eine Vielzahl von Restaurants, Cafés und Pubs – von der Hotelgastronomie abgesehen – die ausgezeichnete Speisen anbieten. Selbst an den verschiedenen Stränden findet man Kioske mit guter Gastronomie. Fischspezialitäten sowie Schmackhaftes von Lamm, Rind und Geflügel tragen eindeutig Zeichen französischer Kochkunst.

Golfstrom sorgt für mildes Klima

Bedingt durch den vorbeifließenden Golfstrom erfreut sich Guernsey eines äußerst milden Klimas. Ganz selten fällt im Winter Schnee. Im Sommer klettern die Temperaturen kaum über 25 Grad Celsius. Viele malerische Buchten mit steinigen oder sandigen Stränden laden zum Verweilen und Baden ein. Begünstigt durch die besonderen klimatischen Verhältnisse ist die Inselflora bemerkenswert. Im Frühjahr sind die auf vielen Kilometern von Pfaden zu erwandernden Klippen ein wahres Blütenmeer. Unbeschreiblich sind die „Bluebell-Woods“ mit ihren blauen Blütenteppichen sowie Felder mit gelb blühenden wilden Narzissen.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Guernsey CliffAuf Guernsey haben Kelten, Römer und Normannen Spuren hinterlassen. Die „Mortello-Towers“, jene bereits von den Römern errichteten imposanten Wehrtürme, prägen an zahlreichen Stellen das Inselbild. Sie wurden von Napoleon ausgebaut sowie von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in deren Abwehranlagen einbezogen. Mehrere Museen führen den Besuchern das Leben seinerzeit und die wechselhafte Geschichte der Insel vor Augen. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch des „Guernsey Tapestry“-Museums, wo die Entwicklung der Insel auf zehn handgestickten Wandteppichen verewigt wurde. Sehenswert ist Castle Cornet, jene imposante Festungsanlage, die das Erscheinungsbild der Inselhauptstadt prägt. Eine Touristenattraktion ist die „Little Chapel“, eine winzige, innen und außen mit unzähligen Porzellanscherben und Muscheln verkleidete Kapelle. Auf Guernsey findet man viele sehenswerte Kirchen, die bekannteste ist die „Townchurch“ in St. Peter Port.

Ausflüge zu den Nachbarinseln

Guernsey ist bestens mit Fähren von Frankreich oder England aus erreichbar. Selbstverständlich kann man per Flugzeug auf die Insel reisen. Hotels, Privatunterkünfte und Ferienwohnungen gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Bei einem längeren Aufenthalt auf Guernsey bieten sich auch Ausflüge zu den nicht minder interessanten Nachbarinseln an. Die nächstliegende ist die reizvolle Insel Herm. Ebenso sehenswert sind Sark, Alderney und die „große Schwester“ Jersey. Von einem Urlaub auf Guernsey nimmt man ganz sicher einen großen Koffer voll wunderbarer Erinnerungen mit nachhause!

Klimatabelle: Klima und Wetter für St. Martin – Guernsey

MonatTemperaturSonnenscheinWassertemperatur
Januar9,0 °C2,0 std.10 °C
Februar8,0 °C3,0 std.9,0 °C
März11,0 °C5,0 std.9,0 °C
April13,0 °C7,0 std.9,0 °C
Mai16,0 °C8,0 std.11 °C
Juni19,0 °C9,0 std.13 °C
Juli21,0 °C8,0 std.15 °C
August21,0 °C8,0 std.16 °C
September19,0 °C6,0 std.16 °C
Oktober16,0 °C4,0 std.15 °C
November12,0 °C3,0 std.13 °C
Dezember10,0 °C2,0 std.11 °C

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  • Cor

    Neben der interessanten Staatsform bin ich immer wieder, wenn ich die Insel Guernsey besuche, besonders beeindruckt von der erwähnten Kombination englischer und französischer Lebensart.

  • jhbvg

    Liebe Redaktion,
    ich möchte einen Kommentar korrigieren, der eine Zugehörigkeit der Kanalinseln zu Frankreich beschreibt. Die Kanalinsel haben nie zu Frankreich gehört. Sie waren immer Teil des Normannischen Reiches. Da die Normannen 1066 England eroberten, gehörte ab da England ebenfalls zum Normannenreich. Als John „Ohne Land“, als Nachfolger seines verstorbenen Bruders Richard Löwenherz, die Normandie (inkl. Kanalinseln) vom französischen König streitig gemacht wurde, zog John mit einem Heer in die Normandie und verlor. Auf dem Rückweg nach England landete er auf Jersey und stellte den Kanalinseln die Bedingung künftig zu Frankreich oder zu England zu gehören. Die Jerseyaner wollten loyal zur Englischen Krone stehen, aber nicht zu England. So wurden sie Kronbesitz mit eigenem Parlament und eigener Gesetzgebung. Dies geschah 1204. Entsprechend sind die beiden Bailiwicks (Vogteien) Jersey und Guernsey nie Teil von Frankreich gewesen, sondern der letzte Rest des unabhängigen Normannischen Herzogtums. So ist Queen Elizabeth auch nicht Königin auf den Kanalinseln, sondern „Duke of Normandy“. Es wird auch nicht Französisch auf den Kanalinseln gesprochen, sondern Patois (Guernsey) und Jerrièais (Jersey). Dies sind die alten Normannischen Dialekte, die mit vielen norwegischen Worten daher kommen (eben Nordmännisch = Normannisch).
    Dies nur als Kommentar.