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Mülltrennung:

Der Wahnsinn mit dem gelben Sack

Da soll der gelbe Sack der Umwelt etwas Gutes tun, doch wie sich herausstellt, handelt es sich bei der Mülltrennung um ein Possenstück aus der Politik.

Gelber Sack in Bewegungsmotion

Zwei Drittel der Verbundsstoffe aus dem gelben Sack, werden als Brennmaterial verkauft. Bild: © picture alliance / dpa

In den einen deutschen Bundesländern ist es der gelbe Sack, in den anderen die gelbe Tonne, in denen Verpackungen aus Kunststoff beziehungsweise aus Verbundstoffen gesammelt werden sollen. Um die Umwelt zu schonen, glaubt man. Denn wie das ARD Magazin Panorama jüngst berichtet, steht bei dem Spielchen mit dem gelben Sack nicht der Umweltschutz im Vordergrund, sondern vielmehr ein politisches Reigen aus Unlogik und Unsinn.

Nicht das Material ist entscheidend, sondern Verpackungen müssen es sein

Wie das Magazin schon im Vornherein klar stellte, gibt es in Verbindung mit dem gelben Sack oder gelben Tonne zunächst einmal etwas klarzustellen. Denn wie sich herausstellte, wissen sehr viele Verbraucher gar nicht so recht, was eigentlich zum Recycling darf und was nicht. Alle Arten von Plastik werden jetzt die meisten denken und liegen damit daneben. Dem gelben System mit dem grünen Punkt dürfen nämlich ausschließlich Verpackungen zugeführt werden. Ein kleines Spielzeugauto aus Plastik oder eine Zahnbürste haben nichts in den Säcken verloren. Offizielle Begründung? Weil es so festgelegt wurde. Doch was ist am Kunststoff einer Zahnbürste denn so anders als an dem Kunststoff einer Verpackung? Nichts, genau, und das war auch die Antwort einiger befragter Bundestagsabgeordneter, die die Recyclingregelung selbst als unlogisch und unsinnig titulierten. Aber wird sich daran etwas ändern? Nicht in absehbarer Zeit, meinten die Politiker.

Bei Missachtung drohen Strafen

Bei all dem Wirrwarr wird mancherorts sehr streng auf die Einhaltung der Regeln geachtet, die kaum einer kennt wohlgemerkt. So wird in Oberbayern beispielsweise ein Müll-Spion auf öffentliche Container angesetzt und wer falsch trennt, wird ordentlich zur Kasse gebeten. Je nach Menge des falsch entsorgten Mülls, sieht der Bußgeldkatalog des bayerischen Umweltministeriums Geldstrafen im dreistelligen Bereich vor. Gebühren und Auslagen sind dabei noch nicht eingerechnet. Eine angemessene Strafe, wenn man fahrlässig die Umwelt gefährdet? Vielleicht, aber der Witz ist ja, dass die Absicht des Verbrauchers ja eine gute ist, denn im Restmüll droht dem entsorgten Plastik ja unweigerlich die Verbrennung. Aber wirklich nur dort?

Von wegen Recycling – Dem Müll mal ordentlich einheizen

Da trennt man also fachgerecht seinen Müll und unterstützt damit die Umwelt. Pustekuchen, denn ganze zwei Drittel des Mülles aus gelbem Sack und gelber Tonne werden buchstäblich verheizt. Die Kunst- und Verbundstoffe werden klein gehäckselt und günstig an Firmen als Brennstoff verkauft. Das Ganze nennt sich dann „thermische Verwertung“ und ist vollkommen legal. Da laust einem doch der Affe, so glauben gute zwei Drittel einer Befragung den größten Beitrag zum Umweltschutz durch die Mülltrennung zu leisten und dann so etwas. Abhilfe bei diesem Wahnsinn könnte eine sogenannte Wertstofftonne schaffen, in die dann nicht nur die Umverpackung der Strohhalme geworfen werden darf, sondern auch der Strohhalm selbst. In Hamburg beispielsweise gibt es bereits eine solche Tonne, eine bundeeinheitliche Regelung hingegen nicht. Und so läuft die Verbrennung des Recyclingmülls weiter. Und wenn man den Politikern glauben darf, dann wird sich auch in diesem Punkt so schnell nichts ändern.

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Über Stephan Lenz

Stephan Lenz studierte Philosophie, Soziologie und Anglistik an der Universität Mannheim. Es folgten schriftstellerische Fortbildungen und die freiberufliche Arbeit als Autor und Journalist. Neben unzähligen Artikeln in diversen Magazinen, veröffentlichte er Prosa im Charon Verlag, Hamburg, sowie im Wortkuss-Verlag, München. Er gehört seit vielen Jahren zum festen Stamm der Redaktion des Artikelmagazins.
  • Dieser Pfusch, Lug und Trug mit der Mülltrennung ist aber schon seit längerem bekannt. Nun geistert es mal wieder durch die Medien, weil es mal wieder im TV aufgetaucht ist. Mit dem ganzen Unsinn werden nur die Bürger wieder mehr zur Kasse gebeten – und wie im Beispiel Bayern auch noch abkassiert, wenn man nicht „richtig“ getrennt hat. Eine Schande, was dem Bürger hier vorgegaukelt wird um Kasse zu machen.