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Escrima – die philippinische Kunst der Selbstverteidigung

Unter Escrima versteht man eine Kampfkunst aus Philippinien, die den Kampf bzw. die Selbstverteidigung sowohl mit richtigen Waffen als auch ohne Waffen bzw. mit Gegenständen aus dem Alltag perfektioniert hat.

Escrima in der Praxis - ein Angreifer wird blockiert.

Die Kampfkunst Escrima wurde von den Philippinen im 16. Jahrhundert entwickelt. Bild: © fotolia.de

Escrima unterschiedet zwischen drei Arten des Kampfes:

1. Der waffenlose Kampf arbeitet mit Schlägen, Tritten und Würfen, es sind keine Waffen als die eigenen Arme und Beine erlaubt.

2. Beim Kampf mit stumpfen Waffen, dem Stockkampf, werden ein gepolsterter Schlagstock (Doppel- oder Langstock) oder ein Stock aus Rattan eingesetzt.

3. Der Klingenkampf ist, wie der Name schon andeutet, ein Kampf mit messerartigen Geräten. Ein hölzernes Trainingsmesser erleichtert Anfängern den Einstieg in die Kampfkunst, später wechselt man dann zum Schwert oder Doppelschwert (mit oder ohne Schild zur Abwehr) oder zum Speer.

Eskrima wird in vielen Städten Deutschlands und Österreichs unterrichtet. Ein Escrima-Schüler lernt nicht nur die Selbstverteidigung mit allen Mitteln – er muss auch lernen, unter welchen Umständen er diese Art der Selbstverteidigung anwenden darf und worauf er achten muss, um sich noch im Rahmen der Gesetze zu bewegen.

Die Übungen mit Alltagsgegenständen als Waffen gehört ebenfalls zum Escrima-Training. Auch ein Regenschirm oder ein Kugelschreiber können, gezielt eingesetzt, als Waffen zum Einsatz kommen.

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte der philippinischen Kampfkunst Escrima

Escrima wurde vermutlich im 16. Jahrhundert auf den Philippinen entwickelt. Die Spanischen Besatzer verboten aus naheliegendem Grund das Escrima-Training, die Filippinos gaben aus ebenso naheliegendem Grund natürlich weder ihr Training noch die Lehre auf, sie wanderten nur in den Untergrund ab.

So wurde Escrima eine geheime Kunst – die sich trotzdem öffentlich zeigte: Getarnt als Tanz war es möglich, die Bewegungsübungen sogar in aller Öffentlichkeit zu trainieren. Der Name Escrima ist übrigens direkt vom spanischen „esgrimar“,  „fechten“ abgeleitet.

Auswandernde Filippinos brachten ihre Kampfkunst später mit in die USA, wo sie seitdem gelehrt wird. Mittlerweile gibt es auch in Europa zahlreichen Möglichkeiten, Escrima zu erlernen.

Wie wird Escrima praktiziert?

Wer Escrima-Unterricht nimmt, behandelt verschiedene Aspekte des Waffenkampfes im Training:. Entwaffnungstechniken, verschiedene Verteidigungsmöglichkeiten gegen Angriffe mit und ohne Waffen und die waffenlose Umsetzung der Escrima-Kampfprinzipien und Strategien gehören zum Programm. Durch das Training mit unterschiedlichsten Gegenständen soll man die Angst vor einem bewaffneten Gegner verlieren – das ist das eigentliche Ziel der Kampfkunst. Kraft oder Gewicht des Gegners sind von untergeordneter Bedeutung, weit wichtiger sind Geschicklichkeit und Technik.

Was lernt man durch Escrima?

Wer Escrima trainiert, lernt, sich optimal selbst gegen körperliche Angriffe zu schützen, egal ob der Angriff beaffnet oder ohne Waffen erfolgt. Die speziellen Techniken lassen sich auch gut mit anderen Kampfsportarten kombinieren. Die dynamischen Bewegungen machen Spaß, trainieren gleichzeitig den ganzen Körper und stärken mit steigender Körperbeherrschung auch das Selbstvertrauen.

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  • So findet man in jeder Gegend dieser Welt eine eigene Philosophie und eine eigene Kampfkunst.