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Energiebedarf:

Japan – eine ganze Nation in der Energiezwickmühle

Die geographische Lage Japans ist nicht ideal für Kernkraftwerke. Aber wie deckt man den Energiebedarf, den ein Land wie Japan benötigt?

Japanischer Elektriker arbeitet an einem elektrischen Schaltkasten

Ein Industrieland wie Japan hat einen extrem hohen Energiebedarf. Bild: © fotolia.de

Die geographische Lage Japans ist einer Sitzfläche auf einem Pulverfass mit vier brennenden Lunten vergleichbar. Denn dort, wo Japan auf der Erdoberfläche verortet ist, reiben gleich vier unterschiedliche Kontinentalplatten gegeneinander. Dagegen ist der San Andreas Graben, der immer mal wieder in Los Angeles und San Francisco die Wände wackeln lässt, fast schon ein sprichwörtlicher Waisenknabe. Selbstverständlich ist den Japanern ihr prekärer Platz auf dem Globus wohl bewusst. Und dennoch setzen sie in extremen Ausmaßen auf die brandgefährliche Kernkraft. Aber wie deckt man einen so enormen Energiebedarf, wie er in dem hochindustrialisierten Japan besteht?

Japan hat sich im Laufe seiner Geschichte zu einer weltweit führenden Industrienation entwickelt. Dementsprechend dicht ist die Besiedelung in den Ballungsräumen, und dementsprechend hoch ist auch der ständige Energiebedarf dieses Landes. Hier tut sich für Japan allerdings ein erhebliches Dilemma auf:

Es verfügt über so gut wie keine natürlichen Bodenschätze wie etwa Kohle oder Erdöl, die zur Erzeugung von Strom verwendet werden könnten. 96 % der Primärenergiequellen werden importiert. Rohöl macht 47 % der Energieimporte aus, der Rest verteilt sich auf Erdgas, Kohle – und auf Uran für die Atomkraftwerke. Ist der Atomstrom deshalb für Japan konkurrenzlos?

Das steht durchaus nicht fest – zumal die Kosten für die zerstörten AKWs in Fukushima mit all ihren Folgeschäden durch atomare Verstrahlung (Krankheiten, unbenutzbare Flächen, unbrauchbare Lebensmittel und Wasser) und den Versuch, diese Einzudämmen, Ende März 2011 noch nicht im Mindesten abzuschätzen sind.

Konkurrenz zum Atomstrom

Biomassekraftwerke, Müllverbrennungsanlagen, Solarkraftwerke und Windkraftwerke – es gibt durchaus alternative Konzepte in Japan, die auch genutzt werden. Allerdings haben sie teilweise mit deutlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Im Fiskaljahr 2008 setzte sich der Elektrizitätsmix für die Erzeugung von 991.500 GWh Strom in Japan folgendermaßen zusammen: Atomstrom 26 %, Kohlestrom 25 %, Gas 28 %, Erdöl 12 %, Pumpspeicher-Wasserkraft 1 %, sonstige Wasserkraft/Geothermie/Solar-/Windkraft 8 %.

Seit 2009 gibt es auch in Japan ein Energieeinspeisegesetz, um alternative Energieerzeugung („New Energies“) zu fördern. Im Fiskaljahr 2009 lag die Gesamtmenge des erzeugten Stroms aus Neuen Energien nach Aussagen der japanischen Behörde für Natürliche Ressourcen und Energie (eine Abteilung des Wirtschaftsministeriums) bei 7.920 GWh.

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