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Podcast – Podcasting ist Radio und Audio für jeden

Podcast - Podcasting ist Radio und Audio für jeden Jeder Sender (Podcasting, Podcast), jede Zeitung und jede Website, die ganz vorne bei der digitalen Revolution mitspielen will, unterhält heutzutage einen Podcast. Aber was ist das eigentlich genau? Wie funktionieren Podcasts, wer macht und wer hört sie? Handelt es sich beim Podcast-Hype um einen kurzlebigen Trend für Computer-Freaks oder ist es wirklich das nächste große Ding nach der Erfindung der E-Mail?

Es ist Nacht. Einsam sitzt ein Mann (manchmal auch eine Frau) vor dem PC, das Gesicht erhellt nur vom matten Schein des Monitors. Er spricht mit sich selbst und gleichzeitig mit Tausenden Zuhörern. Ein Spinner, ein neuer Internet-Star? Nein, es ist ein Podcaster, eine Spezies, die in Deutschland seit Oktober 2004 existiert. Zu diesem Zeitpunkt  ist der erste deutsche Podcast auf Sendung gegangen.

Podcasting ist ein Kunstwort, die Verschmelzung von Broadcasting und iPod, Apples Kult-MP3-Player. Erfunden hat diese Art des  Jedermann-Radios der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry, dessen Podcast »Daily Source Code« als erster der Welt gilt. Auch heute noch zählt er zu den meist gehörten.

Der Reiz des Podcasting liegt unter anderem in seiner Einfachheit. Getreu dem Motto des »Podfathers« Adam Curry »We don’t need no stinking transmitters«, bastelt sich der echte Podcaster seine Sendung in do-it-yourself-Manier selbst. Die Beiträge werden aufgenommen vor dem heimischen PC und von dort aus auch gleich als Audio-Datei ins Internet gestellt. Entweder auf die eigene Website oder auf die  eines speziellen Podcast-Hosters von wo aus jedermann sich die aktuelle »Sendung« auf seinen MP3-Player laden und zeitversetzt hören kann.

An Ausrüstung braucht man nicht viel mehr als einen einigermaßen aktuellen Rechner, ein Mikrofon, einen Internet-Zugang und etwas kostenlose Software. Apples neuste iMacs beispielsweise haben schon alles von Haus aus an Bord, was man zum Erstellen eines Podcasts braucht. Dann muss man eigentlich nur noch sein Thema finden – und seine Hörerschaft natürlich.

Viele Podcasts sind sehr sprachlastig, schließlich geht es ja auch in der Regel um die Vermittlung von Inhalten, um die persönliche Sicht der Dinge.

Ein anderer Grund ist der, das auch nichtkommerzielle Podcasts GEMA-pflichtig sind. Nach aktuellen Plänen soll ein wöchentlicher Podcast mit Intro und Outro circa 5 Euro monatlich kosten, täglich ein kompletter Song im Podcast, und der Betrag steigt auf 30 Euro monatlich. Ein klassisches Radioprogramm mit 80% Musikanteil kann so schnell teuer werden, wenn man die Zuhörer nicht mit selbstgemachtem Blues unterhalten möchte. Auch Jingles oder Hintergrundmusik unter den Wortbeiträgen sollte man nicht gerade aus den aktuellen Charts »samplen«. Darum halten sich erfahrene Podcaster auch an Musik, die podsafe ist, also von den Musikern für die kostenlose Verwendung in privaten Podcasts freigegeben wurde. Ein Segen für die Podcasting-Gemeinde.

Die meisten Mitglieder dieser  Gemeinde dürften gleichzeitig Blogger sein, kommunikationsfreudige, modernen Techniken gegenüber aufgeschlossene Menschen, die ein Journal ihres Alltags ins Netz stellen und so andere an ihrem Leben, ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben lassen. Der Podcast als Audio-Version des Weblogs. Und natürlich das ideale Hobby für alle diejenigen, die früher vom Beruf des Radiomoderators geträumt haben.

Aber das Hobby entwickelt sich. Inzwischen gibt es kostenpflichtige Podcasts, etwa mit Hörbüchern oder Musik und einen deutschen Podcastverband, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Interessen von Podcastern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Öffentlichkeit zu vertreten. Beim Podcastday auf dem Kölner medienforum.nrw traf sich die Prominenz von Sendern und Verlagen, und im Internet findet man immer mehr Seiten, die sich dem Thema Podcast widmen, dazu jede Menge Suchmaschinen für aktuelle Podcasts.

Und wie findet man nun interessante Podcasts ?

In iTunes, Apples kostenloser Musicshop-MP3-iPod-Software, ist eine Podcast-Suche schon eingebaut. Auch andere Anbieter wie das deutsche podster.de bieten die gezielte Suche nach Podcasts. Hat man einen »Sender« gefunden, der einem gefällt kann man ihn abonnieren. Per RSS-Feed erfährt man so immer, wenn wieder ein neuer Beitrag heruntergeladen werden kann.

Noch ist die Podosphäre in sich ziemlich geschlossen, doch der Boom der Hörbücher zeigt, dass durchaus Potenzial für eine echte Massenbewegung vorhanden ist. Der Reiz für den Hörer liegt darin, dass er sich sein Radioprogramm nach Belieben zusammenstellen und es genießen kann, wann und wo er will. Und der  Reiz für die Macher? Vielleicht probieren Sie es selbst einmal aus.

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