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Ratgeber:

Vernetztes Gezwitscher – so klappt’s mit Twitter & Co.

Bekommen Sie auch gehäuft Freundschaftsanfragen von verschiedenen Netzwerken per E-Mail – und können damit nicht so richtig etwas anfangen? Dann sollten Sie diesen Artikel lesen, um entscheiden zu können, ob ein virtuelles Netzwerk zu Ihnen passt.

Soziale Netzwerke verbinden Menschen über die ganze Welt.

Wer die Wahl hat hat die Qual – unterschiedliche Soziale Netzwerke auf einem Iphone. Bild: © picture-alliance / ZB

Sieben Jahre lang schrieb eine Lehrerin aus England ihrer ehemaligen Studienfreundin in Deutschland zu Weihnachten eine Postkarte. Und sieben Jahre lang stand nie ein Absender auf dem Kuvert. Die E-Mail-Adresse hatte die Lehrerin gewechselt, die Freundin aus Deutschland die Postadresse verloren. Ohne das Internet kämen die beiden wohl nie mehr zusammen. Doch dank sozialer Netzwerke ist die Welt zum digitalen Dorf geschrumpft. Kaum war die Deutsche bei Facebook registriert, machte sie dort die britische Lehrerin ausfindig. Und da die beiden sich nun gegenseitig über ihre Statusmeldungen an der so genannten Pinnwand auf dem Laufenden halten, bekommen sie deutlich mehr vom Leben der anderen mit, als je zuvor.

Für Sie ist das uninteressant, weil sie sowieso mit allen Freunden regelmäßig telefonieren oder Briefe oder E-Mails tauschen? Vielleicht ist dann der berufliche Aspekt von Bedeutung: Eine Frau, die früher bei einem Fernsehsender in München arbeitete, hatte sich bei Xing registriert. Ein Headhunter wurde auf ihre Fähigkeiten aufmerksam und hat sie abgeworben: Sie bekam einen besser bezahlten Job. Kaum hatte sie dort das nötige Maß an Erfahrung gesammelt, wurde sie über Xing erneut von einem Headhunter abgeworben. Nun führte sie ihr Weg in den Norden Deutschlands – Gehaltserhöhung inklusive.

Die Beispiele machen klar: Wer seine Daten unter Verschluss hält, wird nicht gefunden. Das kann positiv sein, denn man hat so seine Ruhe. Aber wem das zu langweilig ist, der tut gut daran, zumindest einen Teil seines Lebens dem Internet anzuvertrauen. Denn sonst sind Beispiele wie die oben genannten nicht möglich. Schwierig ist jedoch die Frage, welchem sozialen Netzwerk man beitreten soll: Xing, LinkedIn, Facebook, Google+? Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Netzwerk ist in erster Linie davon abhängig, was oder vielmehr wen man erreichen möchte. Xing beispielsweise bezeichnet sich selbst als Business-Netzwerk, während es bei Facebook auch um Privates geht.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Wahl des richtigen Netzwerkes: Wo ist ein Großteil meiner Kollegen, Bekannten, Verwandten, Freunde? Zwar mögen potenzielle Nutzer denken, dass es überflüssig ist, sich virtuell zu vernetzen, wenn man längst Telefon- und Handynummer, Post- und Mailadresse getauscht hat. Aber Tatsache ist: Wer am Netzwerk nicht mitknüpft, wird bei der einen oder anderen Sache, die nur über Xing, Facebook und Co verschickt wird, außen vor gelassen. Natürlich kann, wer es allen Recht machen möchte, auch Mitglied in mehreren Netzwerken werden.

Das geht

Geht es um die Funktionen, sind die Netzwerke alle recht ähnlich: Der Nutzer muss sich registrieren, gibt dann Informationen von sich Preis und kann sich mit anderen Mitgliedern, „Freunde“ oder „Kontakte“ genannt, verbinden und so genannte Statusmeldungen austauschen. Die können vom belanglosen „Ich trinke gerade Kaffee“ reichen bis zu Links zu interessanten Artikeln, Videos oder Firmen. Außerdem ist es möglich, passenden Gruppen oder Foren beizutreten, und dort mit seinesgleichen die Themen zu diskutieren, die einem am Herzen liegen. Und: Immer mehr Medien und Unternehmen sind ebenfalls in den sozialen Netzwerken. Sie können als Nutzer so ständig auf dem Laufenden bleiben, was von Ihnen geschätzte Marken umtreibt.

Das kostet es

Zumindest die Basis-Funktionen, also das Einrichten des Profils, ist bei allen Netzwerken kostenlos. Die social networks finanzieren sich nämlich im Wesentlichen über Werbung. Xing bietet jedoch Mehrwert, wenn der Nutzer zahlt: Premium-Kunden steht beispielsweise eine erweiterte Suchfunktion zur Verfügung, sie können Dateianhänge an ihr Profil heften oder andere Mitglieder direkt anschreiben. Die Kosten dafür liegen bei 5,95 Euro im Monat bei einer einjährigen Laufzeit.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Ganz umsonst sind die anderen Netzwerke trotzdem nicht: Man zahlt mit seinen Daten, die an die Werbewirtschaft verkauft werden. Selbst wenn es möglich ist, genau einzugrenzen, wer was im sozialen Netzwerk sehen darf, so muss doch klar sein: Sie geben mit einem Eintrag Informationen von sich Preis, die Sie im schlimmsten Fall dort nie mehr löschen können. Achten Sie darum ganz genau darauf, was Sie veröffentlichen.

Fehler Nummer 1: Besonders beliebt bei Jugendlichen und Studierenden sind Fotos von wilden Partys. Seien Sie sich dessen bewusst, dass Personalabteilungen auch im Web vertreten sind, und sich genau ansehen, was potenzielle Bewerber ins Netz gestellt haben.

Fehler Nummer 2: Passen Sie auf, wen Sie in Ihren Freundeskreis aufnehmen, und was der Betreffende an Informationen sehen darf. So haben Arbeitnehmer schon ihren Job verloren, weil sie bei Facebook Nachrichten geschrieben haben, obwohl sie krank gemeldet waren.

Fehler Nummer 3: Über soziale Netzwerke sollte man nicht verbreiten, welche teuren Dinge man gerade gekauft hat. Denn auch Einbrecher tummeln sich im Netz und erfahren so im Zweifelsfall nicht nur, was es in einem bestimmten Haushalt zu holen gibt, sondern auch, wann der Besitzer im Urlaub ist.

Fehler Nummer 4: Schreiben Sie nichts über Ihren Arbeitgeber oder über Kunden. Das kann schlimme Folgen haben – insbesondere, wenn das betreffende Unternehmen börsennotiert ist.

Fehler Nummer 5: Vergessen Sie nie, dass das Internet nichts vergisst! Behalten Sie zu persönliche Informationen für sich oder teilen Sie sie Ihren Freunden nur im direkten Gespräch mit.

Twitter: Eine Information geht um die Welt

Die notgelandeten Flugzeuge in San Fransisco oder auf dem Hudson-River, die Demonstrationen in Ägypten oder im Iran: Twitter-Nutzer sind oft eine Nasenlänge früher informiert als die Rezipienten klassischer Medien. Wie das kommt, erklärt sich, wenn man zunächst einmal definiert, was Twitter überhaupt ist: ein Microbloggingdienst nämlich. Und das bedeutet: Blogging kommt von Blog und Blog von Logbuch – also den Schiffstagebüchern. Ein Blog ist also ein Tagebuch im Netz, bei dem der aktuellste Text immer ganz oben steht. Und Micro bedeutet im Twitter-Fall, dass der Nutzer höchstens 140 Zeichen inklusive Leerzeichen Platz für seine Botschaft hat. Twitter ist also eine Art Online-Tagebuch, bei dem die Einträge etwa SMS-Länge haben und die ältesten ganz unten stehen.

Eigentlich war Twitter gedacht, um Statusmeldungen auszutauschen – so wie es auch auf Xing oder in Facebook geht: „Trinke gerade Kaffee“. Solche Belanglosigkeiten finden sich zwar auch zuhauf im weltweiten Twitterstrom. Aber dort liest man zum Glück auch viele gehaltvolle Meldungen.

Längst haben auch Unternehmen Twitter als Selbstmarketing-Instrument erkannt. Dass es dabei nicht nur um schnöde Werbung geht, sondern auch der davon profitiert, der sich die Unternehmens-Tweets, also die Firmenmeldungen, anschaut, zeigt das folgende Beispiel: Am 9. August kosten Flüge nach Singapur 540 Euro. Weil es so aussieht, als ob es noch viele gibt, kauft die Autorin dieses Textes kein Ticket. Am 10. August kosten die Tickets ab 830 Euro aufwärts. Die Autorin ärgert sich und abonniert KLM- und Lufthansa-Nachrichten bei Twitter, um immer auf dem Laufenden über die Flugpreisentwicklung zu sein. Am 11. August twittert Lufthansa, dass es jetzt Flüge nach Singapur für 509 Euro gibt. Die Autorin schlägt zu. Zeitaufwand für das Abonnieren der Tweets: keine zehn Minuten. Ersparnis: über 200 Euro.

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