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Was ist eigentlich Web 2.0 ?

Was ist eigentlich Web 2.0 ? Alles neu, alles schön, alles anders, alles beta. Oder ist das neue Web 2.0 nur ein alter Hut? Dieser Artikel gibt ein paar Hinweise, woran man Web 2.0 erkennt. Als 2001 die Internet-Blase platzte und viele junge Unternehmen mit ihr, war für die meisten das Internet als Geschäftsmodell erledigt. Doch jetzt macht es sich unter dem Stichwort Web 2.0 wieder interessant.

Ist Web 2.0 der Wendepunkt, ein visionäres Konzept und ein revolutionärer Ansatz oder nur ein neuer Internet-Hype, ein Marketing-Schlagwort, um an Kapital zu kommen?  Der Begriff selbst wurde bei einem Brainstorming zwischen Vertretern von O’Reilly Media und MediaLive geprägt. Es ging um die Namensgebung für eine Konferenz zum Thema Geschäftsmodelle für die nächste Software-Generation. Der neue Begriff sollte eine Renaissance des Web markieren, sollte einem Konzept einen Namen geben, das keine festen Grenzen hatte. Stattdessen lässt es sich durch eine Reihe von  bestimmten Prinzipien umreißen.

Eines dieser Prinzipien: Das Internet entwickelt sich von einer Ansammlung unzusammenhängender Anwendungen zu einer hardwareunabhängigen Plattform miteinander verbundener Dienste. Anstatt lokal Programme auf der Festplatte zu installieren, werden Dienste im Internet genutzt, die für alle von unterschiedlichsten Computern aus zugänglich sind. Einzige Bedingung: ein schneller Internet-Zugang. Das ist Vorteil und Nachteil zugleich. Einerseits ist man unabhängig von einer bestimmten Hardware-Konfiguration, solange man online ist. Andererseits geht ohne Flatrate gar nichts mehr.

Ein anderes Prinzip: Gemeinschaft. Das Web 2.0 wird auch als social web bezeichnet. Die Nutzer konsumieren nicht nur, sondern stellen den Inhalt zur Verfügung. Jeder aktive Nutzer erhöht den Wert der spezifischen Plattform für alle. Und je mehr Nutzer mitmachen, desto besser wird die Plattform. Beispiele hierfür sind Seiten wie eBay, das Fotoalbum Flickr oder die freie Enzyklopädie Wikipedia, deren Einträge von den Nutzern erstellt werden. Auch hier liegen Chancen und Risiken dicht beieinander. Die einen loben die Intelligenz der Masse und zitieren Bücher wie »Die Weisheit der Vielen« des us-amerikanischen Journalisten James Surowiecki, der Belege für Situationen anführt, in denen die Masse klüger ist als der Einzelne. Die anderen schimpfen auf das Web der Amateure, die schlampig bis gar nicht recherchieren und massenhaft Fehler verbreiten oder Informationen verfälschen.

Ein wichtiges Merkmal des neuen Internets ist die Tatsache, dass Daten und Datenmanagement Anwendungssoftware ersetzen. Nicht mehr das Programm ist wichtig, sondern die Daten und wie man sie aufbereitet. So entsteht eine ganz eigene Kategorie von Angeboten: Mashups, eine Verknüpfung unterschiedlicher Dienste zu einem neuen Angebot. Mymaps24 zum Beispiel verbindet Immobilienangebote aus Immobilienscout24 dank der Programmierschnittstelle API mit dem Kartenmaterial von Google Maps. Und im Betastadium befindet sich die Seite auch noch. Ganz klar Web 2.0.

Portale wie die Video-Sharing-Seite YouTube oder MySpace machen das Netz zum Unterhaltungskanal von Usern für User. Kritiker monieren hierbei vor allem das Kleingedruckte. Der englische Musiker Billy Bragg hat seine Musik von MySpace zurückgezogen, nachdem er bei einem genaueren Blick in die Lizenzbedingungen festgestellt hatte, dass MySpace mit seinen Songs im Prinzip machen konnte, was es wollte.

Die Grundlagen für die unterschiedlichen Dienste des Web 2.0 schaffen eine Reihe bestimmter Techniken, die teilweise schon länger existieren aber erst in letzter Zeit durch die Kombination und die konsequente Anwendung neue Türen aufstoßen. Unverzichtbar sind so Sachen wie RSS, die Verwendung von RubyonRails oder AJAX (= Asynchronous Javascript And XML).

Unter dem Web 2.0 Validator kann man die Zwonulligkeit einer Seite mittels des  Web2.0Validators ganz einfach testen. Wie es sich gehört, befindet sich auch der Web2.0Validator im Betastadium und setzt voll auf seine Nutzer. Die legen die Regeln via del.icio.us-bookmarks fest, so dass sich die Definition, ob eine Seite Web 2.0 ist oder nicht, täglich ändert. Wenn Ihnen auch eine Regel einfällt, geben Sie sie doch einfach ein und tragen Sie so zur Zwonulligkeit des Webs bei.

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