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Der Zweitjob als Weg aus persönlichen Finanzkrisen

Mancher Arbeitnehmer braucht einen Zweitjob um zu überlebenNiedriglöhne, Kurzarbeit, Nullrunden – wenn solche einschneidenden Einkommensengpässe auf eine ständige Steigerung der Lebenshaltungskosten treffen, dann reicht für viele Menschen ein einziger Job zum monetären Überleben nicht mehr aus. Wer sich angesichts dieser betrüblichen Realität nicht resigniert in die soziale Hängematte legen will, sucht sein Heil im Zweitjob. Dabei ist die Zahl der Betroffenen derzeit ebenso erschreckend wie dramatisch gewachsen.

Jeder Siebte ist betroffen – Tendenz steigend

Der stabile und ständig wachsende Trend zum Zweitjob hat sich längst von einer Randexistenz zu einem starken Faktor auf dem Arbeitsmarkt entwickelt. Zu diesem Phänomen ließ der Finanzdienstleister AWD unlängst eine repräsentative Umfrage durchführen. Im Rahmen der Befragung gaben 15 Prozent der Probanden an, neben ihrem Hauptberuf noch mindestens einen weiteren Job zu haben.

Mit dieser belastbaren Zahl darf festgestellt werden, dass sich die Zahl derer, die ohne einen Zweit- oder gar Drittjob finanziell nicht mehr über die Runden kommen, innerhalb der letzten zwei Jahre vervierfacht hat. Das heißt: Für jeden siebten Arbeitnehmer oder Angestellten ist Freizeit ein Fremdwort geworden. Und das nicht etwa für Saus und Braus, sondern für eine bescheidene Existenz knapp jenseits von Hartz IV.

Der „kleine Mann“ zahlt die Zeche

Analysiert man die Doppel-Jobber hinsichtlich einiger demographischer Variablen, so zeigt sich, dass es vor allem auftragschwache Selbstständige und Freiberufler oder Arbeiter und Angestellte des unteren Nebenjobs - Stellenangebote in der ZeitungEinkommensniveaus (d.h. unter 1.000 Euro monatlich) sind, für die der Arbeitstag kaum noch genug Stunden hat. Und auch der Blick auf jene Menschen, die aktuell nur einem einzigen Chef Rechenschaft schuldig sind, verheißt nichts Gutes. Denn in dieser Gruppe sind es sind immerhin 38 Prozent, die sehr ernsthaft darüber nachdenken, ihre knappen Haushaltskassen mit einer Zweitbeschäftigung halbwegs zu entlasten.

Jeder zehnte Deutsche bestreitet seinen Lebensunterhalt derzeit durch Sozialleistungen aus den Töpfen der Solidargemeinschaft. Nicht auszudenken, welche Mehrbelastungen auf die letzten Leistungsträger zukämen, wenn auch die Multijobber entnervt und ausgebrannt den Büttel hinschmeißen würden.

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