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Private Altersvorsorge:

Die Altersabsicherung – Welche Modelle sind wirklich sinnvoll?

Frühzeitig an die Altersvorsorge denkenVorfreude auf den wohl verdienten Ruhestand? Na klar! Schließlich fängt mit 66 Jahren das Leben an, und man hat Spaß daran – das wissen wir nicht erst seit dem optimistisch schwungvollen Hit von Udo Jürgens. Doch die Rechnung mit der Rente kann natürlich nur dann aufgehen, wenn man schon in jungen, respektive in erwerbsfähigen Jahren clever für das eigene „Altenteil“ vorgesorgt hat. Und genau da liegen der Hase und der graue Panther gemeinsam im Pfeffer: Was und wie viel soll oder muss man auf die hohe Kante legen? Und wie muss die hohe Kante beschaffen sein, damit der Traum vom locker lässig unbekümmerten Rentnerdasein nicht potenziell absturzgefährdet ist?

Lebensabend hat Gold im Mund, oder?

Gold als vermeintlich zeitlose Wertanlage setzt immer dann zu preislichen Höhenflügen an, wenn das Vertrauen der Menschen in ihre Währung oder in ihre Politiker schwindet; beides passiert meist nicht unabhängig voneinander. Aus diesem Grund sind die Kurse für Gold immer auch ein Spiegel der gefühlten bis tatsächlichen Wirtschaftslage des Landes, und somit nicht unerheblichen Schwankungen unterworfen. So kann man als Privatmann mit günstig eingekauftem Gold eine beachtliche Wertsteigerung erzielen, oder mit teuer bezahltem Gold nach dem Hype reichlich Geld einbüßen. Deshalb ist Gold nur dann eine empfehlenswerte Geldanlage, wenn man ein wachsames und geschultes Auge auf die viel zitierten Märkte hat, oder wenn man einen seriösen Anlageberater kennt. Denn im schlimmsten Fall hat man sehr viel Geld für seine Krügerrand oder für seine Feinunzen hingeblättert, und bekommt im späteren Bedarfsfall nur noch einen Bruchteil seines goldig Gesparten zurück. Ganz abgesehen davon, dass Gold, wenn man es aus privaten Gründen „versilbern“ muss, niemals wirklich sein einstmals gegebenes Wertversprechen zu 100 Prozent einhält.

Wertpapiere ohne Wert

Altersabsicherung - Beratungsgespräch mit dem FinanzberaterAktien & Co. bilden schon längst nicht mehr real existierende Unternehmenswerte, sondern nur noch die Phantasien, Hirngespinste und Wolkenkuckucksheime hektisch betriebsamer Börsianer und schamanisch agierender Analysten ab. Wer mit Aktien und Wertpapieren langfristig Geld verdienen will, muss das Herz eines Zockers, die zur Schau gestellte Ruhe eines Pokerprofis und jede Menge langen Atem in der Portokasse haben. Das wurde spätestens mit dem beispiellosen Absturz der Daimler-Chrysler-Aktie (Horror-Kürzel: DCX) deutlich, bei dem ungezählte gutgläubige Aktionäre mitsamt ihrem mühsam angesparten Hab und Gut auch ihre Altersvorsorge den Kursbach runtergehen sahen. Der Mythos vom Blue Chip, also von jener Aktie, deren Wert im Portfolio kontinuierlich und ohne fremdes Zutun stetig ansteigt oder doch zumindest stabil bleibt, ist schon vor vielen Jahren mit einem großen Börsen-Knall zerplatzt. Selbst der legendäre ungarische Börsenguru André Kostolany, der im Jahr 1999 in Paris für immer vom Parkett des Lebens abtrat, bekäme heute mit Wertpapieren kein Bein mehr auf den Boden. Schon gar kein finanzielles Standbein. Oder anders gewendet: Die Zeiten, in denen solide Wertpapiere gesunder Unternehmen als robuste Rentengaranten gehandelt werden durften, sind endgültig Geschichte.

Immobilien als feste Größen

Derzeit scheinen Grund- und Immobilienbesitz die einzigen verlässlichen Investitionsgüter für einen finanziell passabel abgefederten Ruhestand zu sein. Die eigene Wohnung oder das eigene Haus bieten sich als ge- und beschützter Wohnraum an, der seinen Besitzern und Bewohnern immer eine angenehme existenzielle Sicherheit gewährt. Allerdings nur dann, wenn die eigenen vier Wände mit klugem Weitblick durch und durch seniorengerecht gestaltet sind, und wenn die Finanzierung von Grund, Boden und Immobilie entspannt gestemmt werden kann. Besonders beliebt ist jenes Finanzierungsmodell, bei dem ein solventer und zuverlässiger Mieter im Rahmen eines guten Mietverhältnisses sozusagen mit seinem monatlichen Mietzins den vom Wohnungsbesitzer aufgenommenen Kredit Rate um Rate abbezahlt. So ist der endgültige Eigentumsübergang nur eine Frage der Zeit, und die eingenommene Miete verwandelt sich nach und nach in Eigentum. Allerdings wimmelt es im Sternbild der Mietnomaden von faulen Eiern, die die Träume vom eigenen Heim ganz schnell zum Platzen bringen können. Und auch der Wiederverkaufswert der Immobilie ist keine verlässliche Größe. Darum empfiehlt sich der Erwerb von Wohneigentum als Altersvorsorge bevorzugt dann, wenn man die eigene Scholle auch selbst zu bewohnen und zu bewirtschaften gedenkt.

Fazit

„Die“ sichere Altersvorsorge existiert leider nicht. Geld ist, wenn es mal gerade nicht die Welt regiert, lediglich halbwegs bunt bedrucktes Papier, für das man sich im Fall der inflationären Entwertung nichts mehr kaufen kann. Gold ist im Ernstfall vielleicht auch nicht viel mehr als schöner Schein, für den einem niemand mehr den einstmals bezahlten Gegenwert gibt. Und Wohneigentum macht im Grunde auch nur dann Sinn, wenn man es als Senior selbst nutzt. Am Besten ist es sicherlich, wenn man für den eigenen abgesicherten Lebensabend nicht auf ein einziges, sondern auf möglichst viele Pferde setzt. Wer es möglich machen kann, sollte in seiner eigenen komfortablen Wohnung leben, und dabei zusätzlich sowohl auf monetäre Ersparnisse als auch auf anderweitige Wertanlagen mit möglichst geringem spekulativem Anteil blicken können. Das erfordert allerdings das rechtzeitige intelligente Angehen des Themas Altersabsicherung. Es ist wirklich nie zu früh dafür.

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