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Nachgerechnet!

Rechentricks: Der Schwindel mit der Riester Rente

Rechentricks: bei der  Riester-Rente - Verwaltungsgebühren fressen die Rendite aufDas Wort Vorsorge kommt von „Sorgen“ und genau die müssen sich einige machen, die bei der Riester Rente nämlich ein Minusgeschäft machen werden. Denn bei aller Euphorie der letzten Jahre und dem Anpreisen der Rente als Patentlösung durch Banken wurde stets ein kleines Detail übersehen, dass schon seit Jahren mehr oder weniger nur am Rande der Thematik behandelt wird: Wer „riestert“ erhält einen staatlichen Zuschuss, doch wird die private Vorsorge auf die staatliche Rente angerechnet und wer sich im Grenzbereich bewegt zahlt drauf.

Die Theorie der Riester Rente

Grundsätzlich ist die Idee der Riester Rente keine schlechte. Da soll man sein hart verdientes Geld in eine private Zusatzversicherung stecken, die vom Staat bezuschusst wird und ein angenehmes und finanziell sicheres Leben im Rentenalter garantiert. Alles was man dafür tun muss, ist einen prozentualen Anteil des Jahreseinkommens in die Riester Versicherung einzuzahlen. Jedes Jahr kommt Geld vom Staat hinzu und sobald man in die Rente eintritt, erhält man die Zahlungen plus Mehrwehrt aus dem Riester Versicherungsprogramm zurück. Klingt super, funktioniert aber nicht, jedenfalls nicht uneingeschränkt.

Der Rechen-Trick

Die Banken und Versicherungen wollen nur das Beste der Menschen, nämlich ihr Geld. Dieser zynische Spruch böser Zungen wird im Falle Riester zur bitteren Realität und wer nicht aufpasst, macht beim „Riestern“ tatsächlich Verluste. Denn um den berechneten und versprochenen Zins zu erhalten, müssten die Betroffenen weit über 100 Jahre alt werden und ebenso lange in die Versicherung einzahlen. Was auf dem Papier nämlich noch gut aussieht und Renditen bis zu 4% oder gar mehr verspricht, wird von Provisionen und Verwaltungskosten des jeweiligen Anbieters regelrecht aufgefressen, sodass sich Riester-Rente - ein gutes Geschäft für Banken und Versicherungenschnell negative Renditen ergeben können und der jeweilige Versicherte unterm Strich drauf zahlt, ohne es wirklich zu merken. Viele Anbieter lassen den Kunden im Dunkeln tappen, weshalb sie von Experten häufig mangelnde Transparenz vorgeworfen bekommen. So kassieren viele Anbieter der Riester Rente bis zu 20% des Beitrages einfach ein und der versprochene Garantiezins gilt entsprechend nur für den tatsächlich einbezahlten Betrag. In einer Beispielrechnung, wie Sie die Sendung „frontal“ des Zweiten deutschen Fernsehens anführte, erhielte die betroffene Person erst in einem Alter von 103 Jahren den garantierten Mindestzins von 2,25% bei der Rückzahlung, während die Rechnung bei einem stolzen Alter von 87 Jahren immerhin Null auf null aufging. Laut statistischem Bundesamt beträgt das durchschnittliche Alter bei Männern aber nur 82 Jahre, was in dem Beispielfall bedeutet, dass die Person während der Auszahlung der Riester Rente einen Verlust von 1,6% machen würde. So wird nach einem genaueren Nachrechnen offensichtlich, dass mit der Riester Rente in Wahrheit nur die Anbieter Kasse machen können.

Auch seriöse Versicherungen zocken ab

Die Redaktion der Fernsehsendung machte für ihren Bericht einige Stichproben und ließ sich Riester Renten bei verschiedenen großen und kleinen Versicherungen durchrechnen. Das Ergebnis war ernüchternd. Auch die seriösen, renommierten Versicherungsunternehmen gaukelten den zu Versichernden Zahlen vor, die rein statistisch zum garantierten Verlust führen. Nicht die feine englische Art, aber alltägliche Praxis. Die theoretischen Höchstalter, die man für die volle versprochene Versicherungssumme erreichen müsste, schwanken natürlich in Abhängigkeit von dem jeweiligen Angebot der Versicherungen, doch Einigkeit herrscht in der Art und Weise, wie mit der Leichtgläubigkeit einiger Bürger gespielt wird. Auf Nachfrage durch das Fernsehteam verwiesen die Versicherungen übrigens auf die Überschusszahlungen, die zu berücksichtigen seien und die Riester Rente zusätzlich aufstocken könnten. Dass diese aber nur in guten Zeiten gezahlt werden und dies nur äußerst selten der Fall sein dürfte, wurde verschwiegen. Das einzige was bei der Riester Rente demnach wirklich gewährleistet ist, ist die gesetzliche Auszahlungsgarantie. Alles was darüber hinausgeht, kann man getrost dem Glück besonders positiver Umstände zuschreiben.  Deshalb sollte wirklich jeder genauestens selbst rechnen und prüfen, bevor eine Riester Rente abgeschlossen wird. Der beste Rat kann jedoch nur lauten, sich gleich um eine vernünftige Altersvorsorge zu kümmern, die ohne Tricksereien auskommt.

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