Startseite / Wirtschaft / Finanzen / Steuern und Finanzen – Was 2012 alles neu ist

Ratgeber:

Steuern und Finanzen – Was 2012 alles neu ist

Finanzen und Steuern in 2012Auch 2012 sind zahlreiche Änderungen rund um Steuern, Finanzen und Vorsorge in Kraft getreten. In der Summe wirken sich die Änderungen für die meisten eher schlechter als besser aus. Das liegt auch daran, dass der Gesetzgeber steuerzahlerfreundliche Urteile der Rechtsprechung ignoriert.

Arbeitnehmer profitieren von einem um 80 auf 1.000 Euro erhöhten Arbeitnehmerpauschbetrag. Die Anhebung gilt rückwirkend für das Jahr 2011. Kosten  im Zusammenhang mit dem Beruf erkennt das Finanzamt bis zur Höhe des Pauschbetrages ohne Belege an. Wer größere Ausgaben geltend machen will, muss wie in den Vorjahren Quittungen und Belege sammeln.

Pendler müssen sich seit diesem Jahr entscheiden, ob sie für das gesamte Jahr die Kosten für Tickets im öffentlichen Nahverkehr oder für das Gesamtjahr jeden Entfernungskilometer zu 30 Cent geltend machen. Bislang bestand für jeden Arbeitstag ein Wahlrecht. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, sollte alle Belege sammeln und bei der Steuererklärung ausrechnen, ob Ticketkosten oder Entfernungspauschale günstiger sind.

Altersvorsorge: Weniger Erträge, späterer Renteneintritt

Auch bei der Altersvorsorge ändert sich einiges. Wer eine Rentenversicherung in diesem Jahr neu abschließt, muss einen niedrigeren Garantiezins in Kauf nehmen: Statt 2,25 gilt für Neuverträge ein Höchstrechnungszins von 1,75 Prozent. Der Garantiezins gilt für alle Rentenversicherungen, ganz gleich, ob eine Riester- oder Rürup-Förderung genutzt wird.

Neu abgeschlossene Riester- und Rürup-Verträge dürfen erst mit Vollendung des 62. Lebensjahres in die Auszahlungsphase eintreten. Bislang war der Eintritt zwei Jahre früher möglich. Auch bei rein privaten Verträgen gilt die neue Altersgrenze: Wird die Versicherungsleistung früher ausbezahlt, gilt die Steuervergünstigung nicht. Die Vergünstigung besteht darin, dass der Ertragsanteil (die Differenz zwischen Versicherungsleistung und einbezahlten Beiträgen) nur zur Hälfte besteuert wird.

Eine weitere Änderung betrifft Arbeitnehmer, die eine Abfindung aus einer betrieblichen Altersversorgung erhalten. Die Steuerpflicht für die Abfindung kann umgangen werden, indem der ausbezahlte Betrag in einen staatlich geförderten Riester-Vertrag einbezahlt wird. Dann erfolgt wie bei allen Riester-Verträgen eine Besteuerung erst in der Auszahlungsphase.

Für das nächste Jahr wird eine Pflicht zur Altersvorsorge für Selbständige diskutiert. Selbständige sollen nach dem Willen der Koalition zumindest soweit vorsorgen, dass sie im Alter nicht auf Grundsicherung angewiesen sind. Es zeichnet sich ab, dass nur pfändungssichere Verträge anerkannt werden sollen.

Kosten für ein Studium bleiben Sonderausgaben

Studenten hatten im vergangenen Jahr Anlass zur Hoffnung. Der Bundesfinanzhof hatte entschieden, dass Kosten für ein Erststudium als vorgezogene Werbungskosten geltend gemacht werden können. Eine solche Regelung ermöglicht es, Kosten aus Jahren mit geringem oder gar keinem Einkommen in spätere Jahre vorzutragen und dann geltend zu machen. Der Gesetzgeber hat das Urteil weitgehend ignoriert.

Kosten für ein Studium können weiterhin lediglich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Statt 4.000 können nun 6.000 Euro im Jahr abgesetzt werden – allerdings nur in dem Jahr, in dem die Kosten auch entstehen. Der Verlustvortrag ist nicht möglich, so dass die meisten Studenten nicht profitieren.

Einfacher und etwas besser wird das Jahr 2012 für Vermieter. Das Finanzamt muss ihre Werbungskosten in voller Höhe anerkennen, wenn die Miete mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Niveaus erreicht. Bislang musste bei weniger als 75 Prozent eine umfangreiche Prognoserechnung erstellt werden.

© Pixel Trader Ltd. 2013 Alle Rechte vorbehalten

Über Redaktion

Beiträge und Artikel die mit der Bezeichnung "Redaktion" gekennzeichnet sind, werden in aller Regel durch die Mitglieder der Redaktion veröffentlicht. Das sind unter anderem: Mikela Steinberger, Michael Wolfskeil, Stephan Lenz, Angelika Lensen, Frank M. Wagner und Manuela Käselau. Auch Artikel von Autoren deren Name nicht genannt werden soll, werden unter diesem Label publiziert. Darunter sind einige erfolgreiche Buchautoren.