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Sanitätsausbildung:

Wie werde ich Sanitäter?

Wer gerne Verletzten oder Unfallopfern helfen möchte, benötigt nicht zwingend eine ärztliche oder sonstige pflegerische Ausbildung. Auch als Sanitäter darf man bei der Erstversorgung von Verletzten Hand anlegen.

Ärzte, Sanitäter und ein Rettungswagen als Spielzeug.

Sie retten täglich das Leben von anderen Menschen: Rettungssanitäter. Bild: © fotolia.de

Bei einer Sanitätsausbildung handelt es sich nicht um eine staatliche Lehrausbildung, sondern um eine Art Weiter- oder Fortbildung, bei der die Inhalte eines Erste-Hilfe-Kurses vertieft und erweitert werden, deren Inhalt aber nicht an den Tiefgang einer rettungsdienstlichen Ausbildung heranreicht.

Die Sanitätsausbildung richtet sich an alle Personen, die auch ohne eine ärztliche oder pflegerische Ausbildung, Menschen und Verletzten in Gefahren- und Unfallsituationen helfend zur Seite stehen möchten.

Übrigens: Ein Sanitäter ist nicht dasselbe wie ein Rettungssanitäter. Ein Rettungssanitäter, abgekürzt RettSan oder RS, muss in Deutschland anders als ein Sanitäter eine umfassende Ausbildung über 520 Stunden machen, in dem die „Grundsätze zur Ausbildung des Personals im Rettungsdienst“ aufgeführt sind, nach denen sich die Ausbildung zum Rettungssanitäter richtet.

Wo kann man eine Weiterbildung zum Sanitäter machen?

Die Fortbildung zum Sanitäter kann bei Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Deutschen Lebens- und Rettungsgesellschaft (DLRG), der Johanniter Unfallhilfe (JUH), dem Malteser Hilfsdienst (MHD) oder auch beim Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) absolviert werden.

Aber auch Feuer- und Bundeswehren warten neben privaten Rettungsdienstschulen und freiberuflichen Ausbildungsstätten mit einer Sanitätsausbildung auf. Für die Ausbildung zum Betriebssanitäter gibt es allerdings gesondert geregelte Vorschriften gemäß BGV.

In der Regel erfolgt die Ausbildung zum Sanitäter in zwei bis drei Phasen. Die Dauer beläuft sich auf 70 bis 80 Unterrichtsstunden und findet je nach Ausbildung durchaus auch an Wochenenden statt. Jede Ausbildungsstätte hat eigene, wenn auch ähnliche, Lehrpläne entwickelt und benennt die Ausbildungsstufen unterschiedlich, was manchmal zu Begriffsverwirrungen führt zwischen Rettungsdiensthelfer (RDH), Rettungshelfer (RH), Rettungssanitäter (RettSan, RS) oder gar Rettungsassistent (RettAss, gesetzlich geregelte Ausbildung über 2 Jahre!). Informationen zu verschiedenen Lehrgängen findet man zum Beispiel hier.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Sanitäter

Die Voraussetzung für eine Fortbildung zum Sanitäter sind relativ gering. Neben der Vollendung des 17. Lebensjahres wird nur ein Hauptschulabschluss verlangt und dass man kürzlich einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat (nicht länger als wenige Monate her). Gelegentlich wird auch ein positives Führungszeugnis erwartet.

Einsatzbereiche für Sanitäter

Typische Einsatzgebiete sind neben Schulen und Betrieben auch Feuer- und Bundeswehren. Überall, wo es zu Unfällen und Zwischenfällen kommen kann, wird geschultes Personal für Erste-Hilfe-Maßnahmen benötigt, bis der Rettungssanitäter oder der Notarzt eintrifft. Und auch bei Großveranstaltungen wie Konzerten, größeren Festen oder Fußballspielen ist der Einsatz von Sanitätern denkbar.

In einigen wenigen Bundesländern dürfen Sanitäter auch im Rettungsdienst eingesetzt werden. Ebenfalls möglich ist die Unterstützung von medizinischem Fachpersonal im Katastrophenschutz. Der Einsatz von Sanitätern findet oftmals ehrenamtlich statt. Das heißt: viel Geld ist damit nicht zu verdienen.

Was verdient ein Sanitäter?

Wer die Ausbildung zum Sanitäter allerdings als Vorbereitung zur Weiterbildung zum Rettungsassistent bzw. Rettungssanitäter nutzt, erhöht seine Verdienstmöglichkeiten. Bei der Bezeichnung Rettungsassistent handelt es sich dabei um einen richtigen Lehrberuf, der mit bis zu 2500 Euro netto im Monat vergütet wird. Allerdings sind hier auch die Anforderungen  und die Ausbildungsdauer (2 Jahre) wesentlich höher als beim herkömmlichen Sanitäter.

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