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Der Zeitungsverleger:

Medienunternehmer Axel Cäsar Springer im Portrait

Der Zeitungsverleger Axel Cäsar SpringerAxel Springer gründete den heutigen Medienkonzern Axel Springer AG, zu dem unter anderem die Boulevard-Zeitung „Bild“, die Tageszeitung „Die Welt“ sowie diverse Online-Portale, Fachzeitschriften und einige kleinere TV-Sender gehören. Springer wurde 1912 in Hamburg-Altona geboren und starb 1985 in Berlin.

Die mit der Reichweite seines Medienunternehmens verbundenen Einflussmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft machten Axel Springer zu einem der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Unternehmer der deutschen Nachkriegszeit.

Nach einer Lehre als Setzer und Drucker absolvierte er ein Volontariat bei einer Nachrichtenagentur und einer Zeitung. 1933 begann er bei den späteren „Hamburger Neuesten Nachrichten“ zu arbeiten, die seinem Vater gehörten. Vier Jahre später wurde er dort Chefredakteur.

Vom Kriegsdienst ausgenommen

Die Karriere im väterlichen Medienbetrieb unterbrachen NS-Zeit und zweiter Weltkrieg: 1941 wurde das Blatt von den Nationalsozialisten wegen Papiermangels eingestellt. Axel Springer blieb im Netzwerk seines Vaters. Von 1941 an betätigte er sich als Verleger für belletristische Literatur im Verlag der Familie.

Springer wurde nie zum Wehrdienst herangezogen, weil er als dauerhaft wehruntauglich eingestuft worden war. 1933 heiratete er die Tochter eines Kaufmanns, Martha Else Meyer. Die Ehe wurde fünf Jahre später geschieden. Ihr entstammt die 1933 geborene Tochter Barbara. 1939 heiratete Springer die Berlinerin Berta Holm, 1953 mit Rosemarie Alsen seine dritte Frau. Die vierte Ehe begann er 1962 mit Helga Alsen Ludewig-Sarre. Aus dieser Ehe ging Springers Sohn Raimund Nikolaus hervor. 1978 heiratete er als seine fünfte (und letzte) Frau Friede Riewerts.

Zeitungsverleger Axel Springer bei der Kontrolle seiner Druckerzeugnisse im DruckhausDas Fundament für sein Medienimperium legte Springer unmittelbar nach Kriegsende. 1946 gründete er die bis heute existierende Zeitschrift „Hörzu“. Zwei Jahre später folgten das Hamburger Abendblatt und die Zeitschrift „Constanze“. Alle drei Blätter erwiesen sich rasch als Erfolg. Die Hörzu erreichte im Jahr 1950 eine Auflage von einer Million Exemplare. Im selben Jahr gründete Springer sein Hamburger Verlagshaus.

1952: Die BILD wird geboren

Der endgültige mediale und wirtschaftliche Durchbruch folgte 1952: Springer rief mit der „BILD“ die auflagenstärkste und zugleich umstrittenste deutsche Tageszeitung ins Leben. Das Blatt noch immer und gilt als ausgesprochen einflussreich im Hinblick auf Willens- und Meinungsbildung zu gesellschaftlichen und politischen Themen.

Springer nutzte den wirtschaftlichen Erfolg zum stetigen Ausbau seines Imperiums durch Akquisitionen und Neugründungen. 1953 erwarb er die „Welt“ und die „Welt am Sonntag“. 1956 erschien die erste Ausgabe der „Bild am Sonntag“. In den 1960er Jahren folgten u. a. „Bravo“ und „Kicker“.

Axel Springers private Politik

Zu Springers – auch im Verlag ausgegebenen – Zielen gehörten die Deutsche Wiedervereinigung, die Versöhnung mit den Juden, die strikte Ablehnung von Totalitarismus und das Befürworten der freien sozialen Marktwirtschaft.

1966 eröffnet Springer in Berlin sein neues Verlagshaus. Er wählt mit der heutigen Axel-Springer-Straße einen Standort in unmittelbarer Sichtweite der Berliner Mauer. Die Wahl des Standorts wurde und wird als „Kampfansage“ an die DDR und ihr von Springer abgelehntes politisches System verstanden.

Studentenproteste: „Bild schoss mit“

Unruhen nach Attentat auf Dutschke - Studenten protestieren vor dem Springerverlag1967 berichtete die BILD einseitig über die Erschießung Benno Ohnesorgs. In der Folge kam es zu scharfen Protesten vor allem studentischer Bewegungen gegen das Blatt, die den Auftakt zu den Studentenunruhen des Jahres 1968 markierten.

Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke im Jahr 1968 entwickelte sich die Parole „Bild schoss mit“. Im selben Jahr trennte sich Springer auf Druck der Bundesregierung von einigen seiner Zeitschriften. Seine übermächtige Reichweite wurde als Gefahr für die Pressefreiheit verstanden.

In den 70er Jahren wurden Springer und sein Unternehmen Opfer von Anschlägen. Bei einem Bombenanschlag der RAF auf das Hamburger Springer-Hochhaus wurden 17 Mitarbeiter des Konzerns verletzt. Zudem wurden Anschläge auf zwei private Anwesen Springers verübt, die beide mit einem Sachschaden endeten.

Die Reputation der BILD nahm durch eine Dokumentation des Journalisten Günter Wallraff Schaden, der Methodik und Hintergründe des Blattes. 1981 wurde ein Gerichtsprozess wegen der Dokumentation zugunsten Wallraffs entschieden.

1978 wurde der Springer-Verlag zur Zahlung von 50.000 DM Schmerzensgeld verurteilt, nachdem im Zusammenhang mit dem Mord am Dresdner-Bank-Vorstand Jürgen Ponto eine Studentin als Terroristin dargestellt wurde.

Axel Springer wurde u.a. in Israel die Ehrendoktorwürde für seine Bemühungen um die Aussöhnung mit den Juden und um die Anerkennung des Existenzrechts Israels verliehen. In Israel und den USA wurden ihm Preise wie die Leo-Baeck-Medaille und die American Friendship Medal verliehen.

1980 beging Springers Sohn Selbstmord. Springer zog sich daraufhin zunehmend aus seinem Unternehmen zurück. Beim Börsengang 1985 veräußerte er 49 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen. Kurz darauf starb er. Seine fünfte Ehefrau, Friede Springer, verwaltet den Großteil seiner Hinterlassenschaft.

Fotos: © picture-alliance / Sven Simon / Klaus Rose

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