Startseite / Wissenschaft / Natur & Umwelt / Gefährliche Natur – Die giftigsten heimischen Pflanzen

Giftpflanzen:

Gefährliche Natur – Die giftigsten heimischen Pflanzen

Vorsicht: Giftpflanzen im Garten und NaturManche sehen schön aus und werden gern gepflückt, doch können es auch die hübschesten Vertreter der Pflanzen ganz schön in sich haben und beim Verzehr zur tödlichen Gefahr werden. Die Rede ist von Giftpflanzen, deren Gefährlichkeit man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erahnen mag. Doch sind es letztlich nicht nur allzu neugierige Menschen, die von den Pflanzen gefährdet sind, sondern auch Tiere, wie Rinder oder Pferde, für die das Wachsen einer kritischen Pflanze auf der Weide zum Verhängnis werden kann.

Die zehn giftigsten Pflanzen Deutschlands

Das Deutsche Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. hat schon vor einiger Zeit auf seiner Internetseite Aktion – Das sichere Haus eine Liste mit den zehn gefährlichsten Pflanzen für den heimischen Garten veröffentlicht. Grund dafür waren sicherlich nicht zuletzt mehr als 80.000 Vergiftungsfälle pro Jahr, bei denen sich Kinder kurzerhand vom Garten vor der Haustür bedienten und Opfer Ihrer ungebremsten Neugier wurden. Um dies zu vermeiden, rät das Deutsche Kuratorium die giftigen Pflanzen aus dem Ziergarten zu verbannen. Wir haben die einzelnen Pflanzen gemeinsam mit ihren Gefahren noch einmal für Sie zusammengefasst.

Blauer und gelber Eisenhut

An sich ist der Eisenhut natürlich schon eine schöne Pflanze, jedoch auch ganz schön giftig. So zählt der Eisenhut zu den giftigsten Pflanzen Europas. Selbst in China und Indien wurden früher Pfeilspitzen mit dem Eisenhut vergiftet und weltweit sind viele historische Morde mit der Pflanze zu verzeichnen. Der Samen und die Wurzeln der Pflanze sind besonders giftig.

Bilsenkraut

Das Bilsenkraut ist nicht ganz so giftig wie der Eisenhut, aber nicht minder gefährlich. Die Alkaloide der Pflanze haben einen berauschenden, dämpfenden Effekt, weshalb das Bilsenkraut früher als Hauptbestandteil der sogenannten Hexensalbe genutzt wurde. Außerdem fand die Pflanze Anwendung in der Medizin und wurde zum Verstärken des berauschenden Charakters teilweise dem Bier zugegeben. Im Garten mit Kindern hat das Kraut also nichts zu suchen.

Engelstrompete

Die Engelstrompete enthält giftige Alkaloide aus der Gruppe der Tropane. Eine Einnahme wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann schwere internistische Komplikationen, sowie motorische Unruhe, Halluzinationen oder Hektik auslösen und in schweren Fällen der Vergiftung zum Delirium führen. Durch die auffällig schönen Blüten der Pflanze, wird die Engelstrompete immer häufiger als Zierpflanze genutzt. In Gärten oder Haushalten mit Kindern sollte dies jedoch tabu sein.

Gemeine Eibe

Dass nicht nur Kräuter und Pflanzen giftig sein können, sondern auch Bäume, bringt spätestens die Eibe ans Licht, deren Wirkungsstoffe schon in der Antike bekannt waren. Entsprechend wurde die Eibe als wirkungsvolle Quelle für Pfeilgifte verwendet. Die Geschichtsschreibung berichtet sogar von einer spanischen Eibe, deren Giftgehalt so hoch sei, dass der Baum schon denjenigen gefährlich werden konnte, die sich in seiner Nähe aufhielten.

Goldregen

Auch der Goldregen gilt mit all seinen Bestandteilen als sehr giftig, wobei vor allem im Samen eine besonders hohe Konzentration des Giftes Cytisin nachgewiesen wurde. Cytisin wirkt ähnlich wie das Nikotin, macht dabei aber nicht abhängig. In den Ostblock-Staaten wird der Wirkstoff als Medikament mit dem Namen Tabex bereits seit den 1960er Jahren erfolgreich für die Raucherentwöhnung eingesetzt. Im Kindermund hat die Pflanze jedoch absolut nichts verloren.

Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose findet sich in vielen Ziergärten und wird leider auch häufig mit dem Bärlauch verwechselt, was immer wieder zu Vergiftungen auch bei Erwachsenen führt. Das meiste Gift ist in den Blüten enthalten und kann schon in niedriger Dosierung zu einem Brennen im Mund, Übelkeit, Schluckbeschwerden und blutigem Durchfall führen. In hohen Dosierungen und vor allem bei Kindern kommt die Gefahr einer tödlichen Atemlähmung hinzu. Erschwerend bei einer Vergiftungserscheinung ist die Tatsache, dass der enthaltene Stoff seine gefährliche Wirkung erst nach zwei bis sechs Stunden vollständig entfaltet.

Oleander / Rosenlorbeer

Das gefährliche am Oleander ist sein herzwirksames Glycosid Oleandrin. Leichte Vergiftungen können zu Kopfschmerzen, Krämpfen und Übelkeit führen. Schwere Vergiftungen lösen Herzrhythmusstörungen aus oder blockieren schlimmstenfalls die Erregungsleitung des Herzens, was zum tödlichen Herzstillstand führt. Besondere Vorsicht ist beim Oleander geboten, da sein Gift auch über kleine Wunden in den Körper eintreten kann.

Rizinus / Wunderbaum

Das Rizinusöl dürfte wohl fast jeder noch kennen, doch enthält der Wunderbaum neben dem nützlichen Öl auch sehr giftiges Rizin. Das Rizin ist ein hochwirksames Gift, das auch über die Atemwege wirkt und bereits vom Militär als Massenvernichtungswaffe in Betracht gezogen wurde. Diese Idee wurde jedoch verworfen und das Gift landete auf der Liste der Chemiewaffenkonvention, die Herstellung und Einsatz des Stoffes als Waffe verbietet.

Stechapfel

Schon vier bis fünf Gramm der Blütenblätter des Stechapfels können ausreichen, um bei Kindern eine tödliche Atemlähmung hervorzurufen. Die Vergiftungen äußern sich in leichten Fällen meist in Hautrötungen, Halluzinationen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, erweiterten Pupillen und reichen bei schweren Vergiftungen von Herzrhythmusstörungen über komatöse Zustände bis hin zum Tod.

Tollkirsche

Nachtschattengewächse sind im Allgemeinen für Ihre Giftigkeit bekannt, doch findet sich in der Tollkirsche ein ganz besonders giftiger Vertreter der Gattung, vereint diese doch gleich mehrere hochgiftige Bestandteile in sich. Auch hier wirken die Tropane auf das zentrale Nervensystem und können zum Tode führen. Besonders gefährlich an den Tollkirschen sind ihre Früchte, von denen sich Kinder besonders angezogen fühlen.

Der Mythos von den Vogelbeeren

Wie man sieht sind die Vogelbeeren nicht in der Liste enthalten, was daran liegt, dass diese an sich nicht giftig sind, auch wenn es ungebrochen von Vielen geglaubt wird. Die Vogelbeeren enthalten lediglich eine Säure, die unter Umständen zu Magenproblemen führen kann und weshalb eine Verzehrempfehlung natürlich nicht ausgesprochen werden sollte – jedenfalls nicht roh. Denn abgekocht waren die Vogelbeeren aufgrund ihre hohen Vitamin-C Gehaltes ein wichtiges Mittel gegen Skorbut. Also auch wenn es oftmals behauptet wird, aber giftig sind die Beeren nicht.

© Pixel Trader Ltd. 2013 Alle Rechte vorbehalten

Über Redaktion

Beiträge und Artikel die mit der Bezeichnung „Redaktion“ gekennzeichnet sind, werden in aller Regel durch die Mitglieder der Redaktion veröffentlicht. Das sind unter anderem: Mikela Steinberger, Michael Wolfskeil, Stephan Lenz, Angelika Lensen, Frank M. Wagner und Manuela Käselau. Auch Artikel von Autoren deren Name nicht genannt werden soll, werden unter diesem Label publiziert. Darunter sind einige erfolgreiche Buchautoren.