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Sozialpsychologie:

Johari-Fenster – Einblicke in die eigene Psyche

Einblick in die eigene PsycheDer Aufforderung „Erkenne Dich selbst!“ nachzukommen, ist gar nicht so einfach. Dennoch muss man sich dieser Aufgabe stellen, wenn man beispielsweise in einem Bewerbungsgespräch gebeten wird, die eigenen Stärken und Schwächen zu benennen. Oder wenn sich eine Partnerschaft anbahnt, und man in der Phase des einander kennen Lernens authentisch und ehrlich rüberkommen will. Wer jetzt das Johari-Fenster kennt, und sich seiner psychologischen Implikationen souverän zu bedienen versteht, ist eindeutig im Vorteil.

Ein Schlüsselloch zur Seelenschau

Im Großen und Ganzen meint wohl jeder zu wissen, wo er einerseits positiv punkten kann, und wo andererseits die Problemzonen liegen. Doch ist dieses Selbstbild immer korrekt und/oder vollständig? Und deckt es sich mit der Art und Weise, wie man als Mensch von seinem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld wahrgenommen und beurteilt wird? Auf diese Fragen, die für den Einzelnen von großer persönlicher Bedeutung sein oder werden können, gibt das Johari-Fenster erhellende Antworten.
Das Johari-Fenster
Bei dieser Unterteilung wird gefragt, was man selbst über sich weiß („mir bekannt“) und was nicht („mir unbekannt“). Dem wird gegenübergestellt, was andere Menschen über die eigene Person wissen („anderen bekannt“) und was sie nicht wissen („anderen unbekannt“). Aus dieser vollständigen Kreuzung ergeben sich vier unterschiedliche Erkenntnisflächen, die man für die eigene private Analyse bewusst wahrgenommener und unbewusster Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensgewohnheiten heranziehen kann.

  1. Feld: ist die „Öffentliche Person“. Hier wird alles einsortiert, was man selbst über sich weiß, und was gleichzeitig auch alle anderen Menschen über und von einem wissen und wissen dürfen.
  2. Feld: ist der „Blinde Fleck“. Hier sind individuelle Eigenarten (Marotten, Tics und Angewohnheiten) verortet, die man selbst gar nicht bewusst wahrnimmt oder bei sich selbst nicht sehen kann, während andererseits jeder aufmerksame Sozialpartner sehr wohl über entsprechende Wahrnehmungen verfügt.
  3. Feld: beinhaltet alle kleinen oder großen Geheimnisse, die jeder Mensch hat, und sorgsam hütet. Top Secret.
  4. Feld: das „Unbekannte“, ist der weiße Fleck auf jeder persönlichen Psycho-Landkarte. Was hier ruht und schlummert, weiß wirklich niemand. Das kann ein bislang ungewecktes Talent sein, eine besondere Gabe, die noch nie gefordert wurde, aber auch ein negatives Potenzial, das mit gutem Grund unter Verschluss liegt. Dieser weiße Fleck ist mit Abstand der spannendste Quadrant des Johari-Fensters. Denn hier kann und darf jeder zum Entdecker der eigenen Möglichkeiten und zum Abenteurer im bislang unentdeckten Land der Seele werden. Aber bitte Vorsicht: Die Erkundung des weißen Flecks auf eigene Faust kann aus eben jenem Grund gefährlich sein, der das Ganze so unglaublich reizvoll macht. Da hat man besser einen guten Freund an seiner Seite, der mit dem Halten von seelischen Sicherheitsleinen vertraut ist.

Fremdwissen nutzen

Je größer der eigene „blinde Fleck“ ist, desto größer ist auch die Gefahr, der Länge nach in jeder Fettwanne zu landen, die sich links und rechts des gesellschaftlichen Parketts hinterlistig verbirgt. Wer hier peinlichen Entgleisungen effektiv vorbeugen will, der sollte beizeiten die sympathische Flucht nach vorne antreten, und seine Mitmenschen freundlich dazu ermutigen, jederzeit einen gnadenlos ehrlichen Spiegel vorzuhalten. So kann man eine Menge über sich lernen, und gleichzeitig viel persönliches Verbesserungspotenzial erschließen. Denn nur so nutzt man die Wahrnehmung seiner Sozialpartner für die eigene persönliche Weiterentwicklung. Und wenn man damit und dabei noch etwas mehr Selbstironie entwickelt, kann man ebenfalls nur gewinnen.

Weiterführende Links zum Thema „Johari-Fenster“:

Erklärung zum Johari-Fenster sowie Quelle der Abbildung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Johari-Fenster

Johari-Fenster
http://www.4managers.de/management/themen/johari-fenster/

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